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Pädagogische Fachzeitschriften 2007

Brüß J.

Eine Analyse zu aggressivem antisozialen Verhalten zwischen deutschen, türkischen und Aussiedler-Jugendlichen 

1. Analyse des Zusammenleben unterschiedlicher ethischer Gruppen
Der Text analysiert das Zusammenleben zwischen deutschen, türkischen und Aussiedler-Jugendlichen in Deutschland, welches sich nicht unbedingt konfliktfrei gestaltet.

Der Beitrag konzentriert sich darauf Konfliktlösungsstrategien, die Gewaltbereitschaft und soziale Dominanz auf inter-ethnisches aggressives antisoziales Verhalten zu untersuchen.

Dabei werden auch geschlechtsspezifische Unterschiede analysiert, um daraus mögliche Vorschläge für pädagogisches Arbeiten abzuleiten.

2. Antisoziales Verhalten

Verschiedene sozialwissenschaftliche Forschungen haben festgestellt, dass insbesondere junge Männer mit geringer Schulbildung, antisozialer Erziehung, die sich zudem zu antisozialen Gleichaltrigen gesellen, besonders häufig selbst antisoziales Verhalten aufweisen. Vor allem Jugendliche neigen stärker zu einem abweichenden Verhalten. Kompetenzen im Umgang mit sozialen Konflikten und Streitigkeiten beeinflussen das Vorkommen aggressiver antisozialer Verhalten.

4. Analyse zu antisozialen Verhalten

Die vorliegende Untersuchung zielte auf die Analyse der Einflüsse auf inter-ethische antisoziales Verhalten ab. Der Stichprobenumfang umfasste 6.055 deutschen, 1.652 türkischen und 3.539 Aussiedler-Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren. Die Jugendlichen wurden zu ihrer Einstellung zur Gewalt, Orientierung an sozialer Dominanz und ihrer Präferenz befragt. Zudem wurde ihre Einstellung Konflikte durch Verhandlungen zu lösen und ihr Ausmaß an Vertrauen in das Rechtssystem untersucht.

5. Ergebnisse der Untersuchung

Die Analyse zeigte, dass inter-ethische aggressive antisoziale Aktivitäten eher die Ausnahme sind, aber dennoch höher als zu erwarten war. Bei den deutschen Jugendlichen wurde vor allem ein aggressives Verhalten gegenüber der eigenen Gruppe festgestellt. Aggressives anti-soziales Verhalten gegenüber Aussiedler-Jugendlichen und türkischen Jugendlichen war eher selten. Jedoch traten türkische und Aussiedler-Jugendliche sehr wohl mit antisozialen Aktivitäten gegenüber deutschen Jugendlichen auf. Weiters zeigte die Analyse, dass männliche türkische Jugendliche häufiger mit aggressiven antisozialen Verhalten von Seiten männlicher Aussiedler-Jugendlichen zu rechnen hatten, wie auch umgekehrt. Was auf ein gewisses Spannungsverhältnis zwischen den beiden Migrantengruppen hinweist.

Die geschlechtsspezifische Analyse zeigte zudem, dass die jungen Männer jeder Gruppe durchweg signifikant häufiger in inter-ethische aggressive antisoziale Aktivitäten involviert sind als junge Frauen.

Darüber hinaus wurde Gewaltbereitschaft und soziale Dominanz im Allgemeinen von allen drei Befragtengruppen deutlich abgelehnt. Wobei die Ablehnung der Frauen stärker war als bei den Männern.

Weiters wurde die Konfliktlösungsstrategie, welche meint, dass beide Seiten nachgeben müssen um einen Konflikt zu beenden, ausdrücklich zugestimmt. Auch hier war die Zustimmung der Frauen höher.

Bezugnehmend auf das Vertrauen in das Rechtssystem stimmten die befragten Jugendlichen tendenziell zu. Wobei vor allem Jugendliche türkischer Herkunft ein stärkeres Vertrauen in das Rechtssystem äußerten als deutsche und Aussiedler-Jugendliche.

6. Schlussfolgerungen für die Pädagogik

Für die pädagogische Arbeit verdeutlichen die Befunde, dass die Einführung von Streitschlichtprogrammen, welche verhandlungsorientierte Verhaltensweisen stärken und vergeltungsorientierte Impulse auflösen sollen, allein genommen nicht den erhofften Erfolg bringen werden. Zur Verbesserung der Effizienz ist aufgrund der Ergebnisse auch wichtig, die Einstellung zur Gewaltbereitschaft und das geschlechtsspezifische Vorgehen zu thematisieren.

Quelle

Brüß J. (2004). Eine Analyse zu aggressivem antisozialen Verhalten zwischen deutschen, türkischen und Aussiedler-Jugendlichen. Psychologie in Erziehung und Unterricht, 51. Jahrgang 2004. München/Basel, Ernst Reinhardt Verlag. Seite 201-211


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