Pädagogische Fachzeitschriften 2006

Der Arbeitsmarkt der Berufsbildung 

1      Einführung und Problemstellung 

Der Artikel von Friedemann Stoos behandelt die Problemstellung des dualen Ausbildungssystems in Deutschland. Stoos zeigt anschaulich die Probleme beim Erstellen der Ausbildungsbilanzen auf und versucht Lösungen für die angeführten Hypothesen darzulegen. 

Die Hauptgrundlage für den Artikel bildet das Urteil des Bundesverfassungsgericht (BverfG) zum Ausbildungsförderungsgesetz von 1980 in dem festgelegt wird, dass der Staat erwarten  muss „dass die gesellschaftliche Gruppe der Arbeitgeber dies Aufgabe nach Maßgabe ihrer objektiven Möglichkeiten und damit so erfüllt, dass grundsätzlich alle ausbildungswilligen Jugendlichen die Chance erhalten, einen Ausbildungsplatz zu bekommen“ ausserdem, dass „grundsätzlich alle ausbildungswilligen Jugendlichen die Chance erhalten (sollen), einen Ausbildungsplatz zu bekommen.“ 

Dieses Urteil wirft einige Beschränkungen sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite auf. Zunächst wird seitens der Betriebe nicht näher definiert was nun die obejktiven Möglichkeiten bedeuten und wie dieser Teil ausgelegt werden kann. Auf der Seite der Nachfrager, also der Auszubildenden, ergeben sich hinzukommend weitere Probleme. Wenn statistisch gesehen für jeden Jugendlichen ein Ausbildungsplatz vorhanden ist, passt dies mit dem Recht auf freie Berufswahl zusammen? Und wie kann der Ausbildungswillen definiert und dokumentiert werden? 

Stoos stellt die Frage in den Raum, wo die Kompetenzen und Zuständigkeit zur Bereitstellung der Ausbildung, sowohl im betrieblichen als auch im außerbetrieblichen Bereich. 

2      Hypothesen auf der Angebotsseite 

Gemäß dem angeführten Urteil liegt es im Interesse der Unternehmen den Nachwuchs auszubilden und zu fördern. Förderungen vom Staat sind dabei sehr wichtig. 4 Strukturen und Vorraussetzungen sind für dieses Statement wichtig:

3      Hypothesen auf der Nachfrageseite 

Für Jugendliche die nach der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz suchen gibt es einige Probleme. Zunächst liegen die Berufwünsche nicht im Rahmen des Angebotes. Die meisten Jugendliche streben eine Ausbildung im kfm. bzw technischen Bereich im Angestelltenverhältnis an. Da das Angebot hierbei eingeschränkt ist, weichen viele auf „Ausweichberufe“ oder Berufsalternativen (z.B. Schulen) aus.

Positiv zu registrieren ist das Faktum, dass das Alter der Auszubildenden ansteigt, und somit das Loslösen vom Elternhaus erwünscht ist, und somit regionale Einschränkungen nicht mehr so wichtig erscheinen. 

Allerdings stellt die soziale Komponente einen wichtigen Teil der Nachfrageseite dar. Viele Jugendliche sehen im dualen Bildungssystem keine Aufstiegschance und entscheiden sich somit für eine weiterführende Schule ohne Ausbildung in einem Betrieb. 

4      Die Berufsbildungsbilanz 

Angebot: (summe)

Ein Problem bei dieser Bilanz stellt das Fehlen der Personen, die – wie oben beschrieben- aufgrund eines fehlenden Ausbildungsplatzes eine weiterführende Schule oder eines Vorbereitungskurs besuchen, dar. Jene Personen sollten in die Berufsbildungsbilanz miteinbezogen werden.

Quelle

Stoos, Friedemann. Der Arbeitsmarkt der Berufsbildung. in Zeitschrift für Pädagogik. Beruf und Berufsbildung – Situationen, Reformperspektiven, Gestaltungsmöglichkeiten. 40.Beiheft. Beltz Verlag (1999) Weinheim und Basel.


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