Stichwortsuche



Pädagogische Fachzeitschriften 2006

Das Erziehungsprogramm von 1947

Seine kontroverse Diskussion und das allmähliche Entstehen der Staatspädagogik in der SBZ/DDR

In der Sowjetischen Besatzungszone wurde 1947 ein Erziehungsprogramm mit „Grundsätzen für die Erziehung in der deutschen demokratischen Schule“ verabschiedet. Der von mir gelesene Artikel beschäftigt sich mit einem Diskurs, der anlässlich der Beratungen über das Erziehungsprogramm zwischen Vertretern unterschiedlicher theoretischer Positionen ausgetragen worden ist. Man diskutierte die Frage, ob der Staat berechtigt sei, Ziele und Aufgaben der pädagogischen Praxis in einem Erziehungsprogramm zu normieren.

Zwei verschiedene Meinungen wurden vertreten:

K.-H. Günther und G. Uhlig – Historiker der Pädagogik - haben die Genese des Erziehungsprogramms differenziert beschrieben.

Zwei verschiedene Lesarten des Programms

  1. Das Erziehungsprogramm verfolgt die Absicht zur Bildung von guten, anständigen, hilfsbereiten, edlen Menschen, die sittliche Erziehung, geistige Förderung und Wissensvermittlung, Weckung der gestaltenden und vitalen Kräfte, alle Lernprozesse sollen dem Fortschritt dienen.
  2. Das Erziehungsprogramm ist nicht mehr auf die Erziehung von Untertanen ausgerichtet sondern bildet freie Bürger, die Lehrer nicht verpflichtet sondern auffordert zu berücksichtigen, dass Kinder verschieden vorgebildet in die Schule eintreten; dass das Schulleben Freiräume für eine Schülerselbstverwaltung vorsieht; breitere Experimentierfähigkeit für Lehrer (selbstständiger Denk-, Urteilsfähigkeit).

Es wird hingewiesen, dass das Programm einen Kompromiss zwischen der Formulierung und der Beratung der mitwirkenden Gruppen eingegangen ist.

Die Diskussion im Beratungsprozess

Die erste Besprechung über einen Vorentwurf zu diesem Erziehungsprogramm fand 1946 in Berlin statt. LIEBERT (Kant-Studien) äußerte sich als einziger Bedenken zu haben, die Grundfragen der Schulpädagogik in einem staatlich verordneten Programm zu beantworten. Erst in folgenden Sitzungen knüpfte man an seine Meinung an („Andere Schichten sehen die Entwicklung anders und lehnen die sozialistische Gesellschaft ab. Wie wollen wir da zu einer einheitlichen Linie kommen?“). Erst bei einer Pädagogentagung 1947 diskutierte man über einen vorerst erstellten Entwurf des Programms. (4 Themen wurden aufgeworfen)

1. Undogmatische Bildungspolitik oder marxistisch-leninistische Deduktion:

Idee der freien, allgemeinen Volksschule wurde angesprochen; der Erzieher darf sich aber nicht in einen Politiker verwandeln und die Klasse ist keine Volksversammlung sondern Erziehung durch ein Schulwesen das in den Händen des Volkes liegt.

2. Soziologische Erklärung der Erziehungswirklichkeit oder Kulturpädagogik:

Lt. PETERSEN: Erziehung ist ein gesellschaftlicher Prozess – keine Fragen wie was ist der Zweck der Erziehung (Auf diese Frage sind soviel Antworten möglich, wie es köpfe gibt) sondern was ist Erziehung?

Lt. LITT: Differenzierung von der gesellschaftlichen Vermitteltheit ggü. der Erziehung.

3. Einheitsschule mit oder ohne private Versuchsschulen

Inhalt war das Verhältnis Einheitsschulgedanke und Privatschulkonzepte zu allgemeinen Anforderungen und der Vielfalt der Schulkonzepte. (Diskussion wurde aber unterbunden)

4. Staatlich geregelte oder pädagogisch autonome Gestaltung der Erziehungspraxis

SOTHMANN: „Jeder einzelne Lehrer sollte das Recht auf eine selbstverantwortete und mit den eigenen Schülern auszugestaltende pädagogische Praxis haben – dies ist Voraussetzung für eine gelingende Demokratisierung des Schulwesens. (Kritik: idealistische Wunschbilder).

Quelle

Zeitschrift f. Pädagogik, 41.Jg. 199, Nr. 1, S 63-74.


Artikel zu pädagogischen Fragen

Jugendliche zwischen Hausaufgaben und Freizeit      

 

Unterrichtsvergleich

Autonomiebestrebungen

Bullying

Elternzentriertheit

Erziehungsprog. 1947

Fehlzeiten

Herz Hoffnung

Schülerbeurteilung

Schulangst

Selbstbestimmt Lernen

Montessori-Pädagogik


Armut in der Grundschule

Emotionen in der Schule

Großeltern und Kinder

Lehrerängste

Leadership

Internet in der Schule

Schulangst

Geschlechtertrennung

Behinderte Geschwister

Schulwechsel

Hochbegabtenförderung

Sonderschule

Integrativer Unterricht

Selbstgesteuertes Lernen

Betriebliche Weiterbildung

Selbstverantwortung lernen

Lehr-Lern-Forschung

Hochbegabte

Gewalthandlungen

Ungleichbehandlung

Leistungsmotivation

Bindungsbeziehung

Ganztagsschule

Ganztagsschule

Gute Schule

Raumvorstellung


Klassenzimmer

Kontrollgrenzen

Willensfreiheit

Jugendtypen

Schulleitung

Unterrichtsöffnung

Schularchitektur

Lehr-Lern-Prozesse

Kopfnoten

Brainstorming

Bildungsstandards

Schulkleidung

Mehrstufenklassen

Berufliche Weiterbildung

Enrichment

Armut

Aufsatz schreiben

Ganztagsschule

Lernmotivation

Jugendkultur

Nachhilfe

Selbststeuerung

Leistungsstandards

Kinder steuern


Berufsberatung

Frauen in der Psychologie

Computersimulation

Autorität

Lehrerbelastung

Lehrerkompetenz

Unterrichtsstörungen

Lernen und Lehren

Lernstrategien

Englisch lernen

Bildungsstandards

Schulkleidung

Mehrstufenklassen

Lernen und Lehren

Lernstrategien

Nachhilfe

360 Grad Feedback

Teamteaching

Arbeitsmarkt

Gewaltprävention

Daltonplan

Lernmotivation

Dissens

Familientypen

Governance


Mathematisches Denken

Quiz-Show-Wissen

Schüchternheit

Offener Unterricht

Geschichte der Psychologie

Schulentwicklung

Lesestrategien in Deutsch

Schulangst

Soziale Integration

Mädchenschulen

Geschlechtertrennung

Hochschuldidaktik

Schülerbeurteilung

Englisch lernen

Wertewandel


Aus Pädagogischen Fachzeitschriften ...

impressum stangl.eu