Pädagogische Fachzeitschriften 2006

Gabriela Malin

Die Förderung von Kindern mit besonderen Fähigkeiten

Die Grundidee

Die Stütze von Kindern mit besonderen Fähigkeiten verlangt eine Auseinandersetzung mit dem Thema, das Kennen lernen verschiedener Modelle und einen flexibleren Umgang mit dem Organisationsrahmen einer Schule voraus. (S. 63)

Es ist wichtig sich diesen Menschen besonders zu widmen, denn durch ihre überdurchschnittlichen Leistungen und Ausdauer sind sie oft unterfordert und verlieren somit die Freude am Lernen.

Das Komponentenmodell der Talententwicklung nach Renzulli zeigt folgendes Bild:

Hochbegabte Förderung Modell der Hochbeagbung

Nach Renzulli ist die Hochbegabung ein Zusammenspiel aus Kreativität, intellektuellen Fähigkeiten und Motivation.

Die Begabungen, die durch genetische Einflüsse mitbestimmt wird, werden in 5 verschiedene Kategorien eingeteilt:

Der Versuch

Das Begabungskonzept der Neulandschule zeigt, dass es viele Möglichkeiten gibt, Kinder zu fördern und ihre Wissensbegierde und Neugierde zu wecken. Die katholische Privatvolksschule mit Halbinternat hat ein Konzept entwickelt, das nicht nur methodische und didaktische Ansätze aufweist, sondern auch viel selbstständiges Lernen und organisatorische Maßnahmen voraussetzt. Einige Anordnungen wären beispielsweise, zeitweilige Auflösung der Jahrgangsklassen, der Einsatz von LehrerInnen nach Ihren Kompetenzen, aber auch das Setzen von Schwerpunkten mit individuellem Angebot. (vgl. S. 65)

Das Wichtigste aber ist, dass der Lehrkörper das Interessen an jedem individuellen Schüler zeigt, es ist bedeutend jeden so zu schätzen und zu akzeptieren wie er ist. Zeit ist einer der wichtigsten Faktoren, denn die Schüler möchten das Gefühl haben, dass ihnen jemand zuhört und Offenheit für ihre Fragen entgegenbringt. Die Lernbereitschaft, aber auch die Selbstreflexion muss in Erwägung gezogen werden, denn das Staunen und Erkennen von neuem ist etwas Gigantisches. (vgl. S. 65f)

Die Kompetenzen, die für ein „richtiges“ Förderungsprogramm vorausgesetzt werden, wären zum Beispiel Beobachtung und Diagnose der Lernprozesse, professionelle Gespräche, Lernsituationsplanungen, Leistungsmotivationen und vor allem das Interesse und die Freude am Fortschritt. (vgl. S. 65)

Es gibt aber auch drei Modelle, die angewendet werden, um die Situation etwas zu erleichtern: das Drehtürmodell, Überspringen von Jahrgangsklassen auch Akzeleration genannt und der Atelierbetrieb. 

Das Drehtürmodell ermöglicht begabten Kindern verschiedener Altersstufen Kurse mit älteren Kindern zu absolvieren. Beispielsweise ist es möglich, dass Kindergartenkinder zweimal in der Woche den Unterricht der Erstklässler besuchen, somit lernen sie mit den Älteren den Lernstoff sogleich mit! Im anschließenden Schuljahr werden sie nun in die zweite Klasse der Grundschule eingestuft und für ihre Ansprüche passend gefördert. Dieses Modell bietet eine individuelle und kreative Gestaltung von Schulen, denn es erleichtert das Klassenüberspringen deutlich. (vgl. S.66f)  

Die Akzeleration bietet unterforderten Schülern die Möglichkeit ihre entwickelte Unzufriedenheit mit der Schule auszugleichen. In Österreich ist es möglich drei Mal eine Klasse zu überspringen. (einmal in der Grundstufe, einmal in der Sekundärstufe I und einmal in der Sekundärstufe II)

Es ist kein einfacher Schritt für alle Beteiligten (Schüler, Eltern und Lehrer), denn das begabte Kind muss sehr gut darauf vorbereitet werden, denn es ergibt sich eine neue Situation. Es wird geschrieben, dass Kinder, die oft stören und sich nicht konzentrieren können, es möglich wäre, dass man es auf die Leistungsunterforderung zurückführen kann!

Für das Überspringen einer Klasse sind aber folgende Vorraussetzungen notwendig:

Der Atelierbetrieb in der Neulandschule bot allen Beteiligten eine Differenzierung vom Schulalltag. Jeder Teilnehmer konnte sich für sein Interessensgebiet anmelden und dies durchführen. Es ging so vor sich, dass an einem Vormittag und einem Nachmittag jedes Kind persönlich seine Unterrichtseinheit gestalten konnte. LehrerInnen bereiteten ersehnte Themen der Kinder vor, so konnte jeder Sprössling sich sein Thema aussuchen, ausprobieren und entdecken. Die Spezifikation der einzelnen Themen dient zur Gewinnung von Informationen, Argumentationen, affektivem Lernen, sozial-kommunikatives Lernen, aber auch zur gewissenhaften Informationsverarbeitung. (S. 68f)

Quelle

Gabriela Malin (). Die Förderung von Kindern mit besonderen Fähigkeiten .Erziehung und Unterricht Jänner/Feber 1-2/04


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