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Ernst-H. Hoff, Stefanie Grote, Susanne Dettmer, Hans-Uwe Hohner
und Luiza Olos

Work-Life-Balance: Berufliche und private Lebensgestaltung von Frauen und Männern in hoch qualifizierten Berufen

Die Psychologie und die Medizin, zwei Bereiche hochqualifizierter Tätigkeitsfelder, verursachen bei der Berufsausübung ein Ungleichgewicht der Lebensbereiche. Im vorliegenden Artikel wurden Männer und Frauen, insgesamt ca. 1000 Professionsangehörigen unter quantitativen  und ca. 100 Männer und Frauen unter qualitativen Aspekten befragt, um die jeweilige Lebensgestaltung und die Auswirkungen auf die Work-Life-Balance zu eruieren. Dabei wurde entdeckt, dass bei Frauen eine Integration und Balance überwiegt während bei Männern eine Segmentation und ein Ungleichgewicht der Lebensbereiche auftritt.

Work-Life-Balance und Lebensgestaltung - zwei Begriffsdefinitionen

Da es in der Literatur immer wieder  zu einseitigen Interpretationen der Begriffe  Work-Life-Balance und Lebensgestaltung kommt, wird hier nun zunächst die Definition beider Begriffe im Sinne des vorliegenden Artikels genannt. Die Autoren beschreiben diese Lebensumstände als „Verhältnis der Hauptlebenssphären, des Berufs- und des Privatlebens (das auch die unbezahlte Arbeit in Haushalt und Familie umfasst)“, wobei man unter Lebensgestaltung das Verhältnis als „im Sinne einer mehr oder weniger individuell angestrebten und realisierten Balance“ (Hoff, Grote, Detmmer, Hohner & Olos 2005, S.196ff) versteht.

Work-Life-Balance ein aktuell brisantes Thema

Zwei Hauptgründe werden für die Popularität des Begriffes und der Thematik der Work-Life-Balance genannt. Zunächst ist die Wandlung der Arbeit an sich zu nennen, da diese, vor allem in hoch qualifizierten Berufen, schwieriger von dem Privatleben zu trennen ist, da sich der Arbeitnehmer durch die komplexen Situationen im Berufsleben ganzheitlich in die Aufgabe einbringt. Der zweite Punkt, der die Begründung der Brisanz des Themas Nahrung gibt, ist die Tatsache, dass sich die Erwerbstätigkeit der Frauen im Laufe der letzten Jahre gewandelt hat und immer noch im Begriff ist, sich zu wandeln. Durch die Notwenigkeit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie scheint es logisch, dass das Thema der Lebensgestaltung und Balance auch für das weibliche Geschlecht von zunehmender Wichtigkeit erfüllt ist. 

Befragungen und Analyse der Ergebnisse 

Die Autoren bedienten sich zweierlei Untersuchungsmethoden, um quantitative und qualitative Analysen der Lebensgestaltung von Frauen und Männern, die als PsychologInnen oder MedizinerInnen tätig sind, eruieren zu können: ein Fragebogen erhob in ca. 1000 Fällen die Berufsverläufe, die alltägliche Lebensgestaltung sowie die biographische Lebensgestaltung der Befragten, während Interviews mit ca. 100 Probanden die qualitativen Merkmale hinsichtlich der Formen der Lebensgestaltung dienlich waren: 

Quantitative Analyse und Ergebnisse

Zur alltäglichen Lebensgestaltung ist zu sagen, dass die Psychologen signifikant weniger Zeit für die Arbeit, dafür signifikant mehr zeit für die Familie und die häuslichen Pflichten aufwenden. Was die Angleichung der Lebensformen von Frauen und Männern betrifft, kann festgestellt werden, dass deutlich weniger dieser berufstätigen Frauen einen Partner haben, der nicht erwerbstätig ist und sich der Aufgabe der Familien- und Haushaltsbetreuung widmet, während die sehr erfolgreichen Männer deutlich mehr Kinder und Partnerinnen, die keinen Beruf ausüben haben. 

Qualitative Analyse und Ergebnisse

Die Formen der Lebensgestaltung betreffend, kann angemerkt werden, dass weniger der ausgeübte Beruf der Partner als die Partnerwahl als ausschlaggebendes Kriterium für die gemeinsame Lebensgestaltung zu nennen ist. Dabei ist zu beachten, dass im Falle von ähnlichen Berufsfeldern der Partner eher eine Integration stattfindet. Sind die Partner in völlig differenten Aufgabengebieten tätig, so kann häufiger eine Segmentation der Lebensgestaltung beobachtet werden.

Quelle

Hoff E., Grote S., Dettmer S., Hohner H.-U. & Olos L.(2005).
Work-Life-Balance: Berufliche und private Lebensgestaltung von Frauen und Männern in hoch qualifizierten Berufen. Zeitschrift für Arbeits- u. Organisationspsychologie, 49 (N.F.23) 4, 196-207.


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