Psychologische Begriffsbestimmungen


Adoleszenz

1) Adoleszenz die, Jugendalter, der Abschnitt zw. Pubertät und Erwachsensein (Kahnt, 1994, S. 11).

2) Das Wort „Adoleszenz“ hat seinen Ursprung im lateinischen Verb adolescere, das „aufwachsen“ oder „heranreifen“ meint. Soziologisch gesehen, ist Adoleszenz die Übergangsperiode zwischen der Spanne abhängiger Kindheit des selbstverantwortlichen Erwachsenseins. Psychologisch gesehen, ist es eine Zwischenphase, eine Zeit der Anpassung, was die jeweilige Gesellschaft mit Kindheit und Erwachsensein bezeichnet. Zeitlich gesehen, handelt es sich um die Spanne etwa vom 12. oder 13. bis zum Anfang des 20. Lebensjahres. Bei den Mädchen beginnt diese Zeit im allgemeinen früher als bei den Jungen (Muuss, 1971, S. 8).

3) „Adoleszenz“, das heißt „Heranreifende/r“, hat einen pendantischen und zugleich erotischen Beiklang und erinnert an die Fruchtbarkeitsriten der Primitiven oder die Orgien des klassischen Altertums. Unter dem Begriff „Young Person“ erfasst die britische Rechtsprechung sehr präzise einen Teil dieses Altersabschnittes, aber er ist zu wenig spezifisch, um in der Umgangssprache von Nutzen zu sein. Als Ausweg bleibt Teenager für den üblichen Sprachgebrauch (Friedenberg, 1971, S. 29).

4) Dichterisch wird die Adoleszenz "Sturm und Drang" Zeit genannt, auch der Ausspruch "Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt" bezieht sich auf die Wechselhaftigkeit der Jugend. Die Adoleszenz ist die Zeit der Widersprüche, der Stimmungswechsel. Man kann hier nicht einmal mehr von Stimmungsschwankung sprechen, es sind regelrecht Wechsel, die von einer Stunde zur anderen vollzogen werden. 

5) Adoleszenz ist die Zeit zwischen der "vollen Kindheit" und dem "Erwachsensein", das heißt bis zur vollen biologischen und sozialen Reife, überdeckt zeitlich also die " Pubertät" als Zwischenphase. Adoleszenz ist gekennzeichnet durch den biologischen Schub, den der Körper bekommt (Größenwachstum, Ausbildung der Geschlechtsmerkmale) und durch die inneren, seelischen Auseinandersetzungen des jungen Menschen mit den Veränderungen, die in ihm vorgehen, und den Anforderungen der Außenwelt im Hinblick auf die "soziale Reife".

Zusammenfassende Erklärung:

Adoleszenz (im Alter von 12 – 20 Jahren)ist der Übergang vom Kind zum Erwachsensein und die Schwierigkeiten die man in diesem Alter empfindet. Man will kein Kind mehr sein, man ist aber auch noch nicht erwachsen. Oft hat man das Gefühl, dass man unverstanden ist und alleingelassen wird. In Adoleszenz befindliche Jungendliche sind nichts anderes als pubertierende Teenager.

Verwendete Literatur

Claessens, K. & D. (1995). Gesellschaft. Lexikon der Grundbegriffe

Online im Internet: http://www.sociologicus.de/lexikon/
lex_soz/a_e/adolesze.htm (06-04-14) 

Friedenberg, E. (1971). Die manipulierte Adoleszenz. Stuttgart: Ernst Klett Verlag 

Kahnt, H. (1994). Der BrockHaus (S. 11). Bertelsmann Club GmbH in Gütersloh 

Muuss; R. (1971). Adoleszenz. Eine Einführung in die Theorien zur Psychologie des Jugendalters. Stuttgart: Ernst Klett Verlag 

Schein, A. (2004). Psychodynamische Grundlagen der Adoleszenz

Online im Internet: http://www.docs4you.at/Content.Node/Spezialbereiche/
Psychosomatik/psychodynamische_grundlagen.php (06-04-14)


Siehe auch das
Lexikon für Psychologie und Pädagogik

Zu weiteren psychologischen Begriffen

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Adoleszenz ist die Zeit der Reifung des Jugendlichen zum Erwachsenen nach der Pubertät, Teilabschnitt des Jugendalters. (vgl. Lexikon der Psychologie 1995, S. 12) 

Reifezeit: Der Begriff wir häufig gleichbedeutend mit Jugend, Jugendalter und Adoleszenz verwendet. Im Unterschied zu Reifezeit betont Adoleszenz das Erwachsenwerden im Sinne von Verhaltensänderungsprozessen eines Individuums in Richtung auf einer Zielgruppe, die Gruppe der Erwachsenen hin. (vgl. Lexikon der Pädagogik 1972, S. 405 ff) 

Die Adoleszenz ist das Übergangsstadium in der Entwicklung des Menschen von Kindheit (Pubertät) hin zum vollen Erwachsensein und stellt den Zeitabschnitt dar, während dessen eine Person biologisch ein Erwachsener ist, aber emotional und sozial noch nicht vollends gereift ist. (vgl. Wikipedia 2005) 

die Zeit zwischen der "vollen Kindheit" und dem "Erwachsensein", das heißt bis zur vollen biologischen und sozialen Reife, überdeckt zeitlich also die " Pubertät" als Zwischenphase (Geschlechtsrolle). Adoleszenz ist gekennzeichnet durch den biologischen Schub, den der Körper bekommt (Größenwachstum, Ausbildung der Geschlechtsmerkmale) und durch die inneren, seelischen Auseinandersetzungen des jungen Menschen mit den Veränderungen, die in ihm vorgehen, und den Anforderungen der Außenwelt im Hinblick auf die "soziale Reife". (vgl. sociologicus 2005) 

Jugendalter, besonders der Lebensabschnitt nach beendeter Pubertät (vgl. Duden 1974, S. 33) 

Unterschiede und Gemeinsamkeiten:

Die einen sehen Adoleszenz als die Zeit der Reifung des Jugendlichen nach der Pubertät andere sehen es als das Jugendalter.

Alle Quellen, sehen die Reifezeit des Jugendlichen zum Erwachsenen nach der Pubertät.

Eigene Definition:

Adoleszenz ist gleichbedeutend mit Jugendalter, wobei eher der Abschnitt nach der Pubertät gemeint ist.

Verwendete Literatur

Ohne Autor (1972). Lexikon der Pädagogik. Neue Ausgabe. Dritter Band Kultur bis Schulbuch. Verlag Herder Freiburg Basel Wien

Ohne Autor (1995). Lexikon der Psychologie. Bertelsmann Lexikon Verlag

Ohne Autor (2005) Clique
WWW: http://de.wikipedia.org/wiki/Adoleszenz (05-11-02)

Claessens, Karin und Dieter. (1992) Clique
WWW: http://www.sociologicus.de/lexikon/lex_soz/a_e/adolesze.htm (05-11-02)

Ohne Autor (1974) Duden Das Fremdwörterbuch. Notwendig für das Verständnis fremder Wörter. Band 5. Bibliographisches Institut Ag, Mannheim/Wien/Zürich, Dudenverlag.

1) „Das Jugendalter (Adoleszenz) wird im Allgemeinen definiert als ein Lebensabschnitt, der mit dem Einsetzten der Pubertät beginnt, d.h. wenn die Fähigkeit zur Reproduktion entsteht. Nicht ganz so eindeutig ist jedoch, wann die Adoleszenz endet und das Erwachsenenalter beginnt“ (Schenk-Danzinger 1993, S. 91) 

2) Unter dem Begriff Adoleszenz versteht man „Ausbruchversuche, Widersetzlichkeiten Jugendlicher, ihre Befreiungsversuche von den Erwartungen und Forderungen anderer, durch die sie ihr Leben in die eigene Hand nehmen, eigene Werte, Moral und Kultur entwickeln“ (Rexilius & Grubitzsch 1986, S. 511) 

3) Die Adoleszenz wird „als eine Phase des krisenhaften Übergangs von der Kindheit ins Erwachsenenalter betrachtet, in der zahlreiche Veränderungen stattfinde – angefangen von den biologischen Veränderungen durch die Pubertät, der Berufsfindung bis hin zu der zunehmenden Ablösung von Elternhaus.“ (Bastine 1990, S. 257) 

4) Der Beginn der Adoleszenz „ist durch biologische Merkmale gekennzeichnet. Deutliche und oft sehr rasche körperliche Veränderungen begleiten die psychischen Veränderungen und wirken sich auf die sozialen Wechselwirkungen aus. Das Ende der Adoleszenz ist durch soziale Merkmale bestimmt.“ (Venzlaff & Foerster 1994, S. 379) 

5) Adoleszenz ist der „späterer Abschnitt des Jugendalters“. (Wermke, Kunkel-Razum & Scholze-Stubenrecht 2006, S. 164) 

Die Definitionen 2) und 3) sehen die Phase der Absoleszenz als eine problematische und für die Betroffenen schwierige Zeit an. Bei den anderen kommt dies nicht wirklich heraus. In Definition 5) wird nur beschrieben, dass es sich um einen Lebensabschnitt handelt, allerdings nicht, wodurch sich dieser kennzeichnet. Wann dieser Lebensabschnitt beginnt bzw. endet ist in keiner der Definitionen genau erklärt. 

ZUSAMMENFASSENDE DEFINITION: Die Adoleszenz ist ein Lebensabschnitt im Zuge des Übergangs von der Kindheit zum Erwachsensein. Im Abschnitt der Adoleszenz, gilt eine Person als biologisch (körperlich) erwachsen. Doch die geistige Reife hat noch nicht die eines Erwachsenen erreicht.

Literaturverzeichnis: 

Schenk-Danzinger, L.  (1993). Entwicklungspsychologie. Linz: Grosser. 

Rexilius, G. & Grubitzsch, S. (1986). Psychologie. Theorien-Methoden Arbeitsfelder. Ein Arbeitsbuch. Reinbeck bei Hamburg: Rowolth Taschenbuch Verlag GmbH. 

Bastine, R. (1990). Klinische Psychologie. Bd. 1: Grundlagen und Aufgaben klinischer Psychologie: Definition, Klassifikation und Entstehung psychischer Störungen. Stuttgart: W. Kohlhammer Druckerei GmbH. 

Venzlaff, U. & Foerster, K. (1994). Psychiatrische Begutachtung. Ein praktisches Handbuch für Ärzte und Juristen. Stuttgart: Gustav Fischer Verlag. 

Wermke, M., Kunkel-Razum, K. & Scholze-Stubenrecht, W. (2006). Duden. Die deutsche Rechtschreibung. Mannheim: Dudenverlag.

Psychologische Begriffsbestimmungen 2006


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