Psychologische Begriffsbestimmungen


Akzeleration

Der Begriff Akzeleration kommt aus dem lateinischen (acceleratio) und heißt Beschleunigung. Da eine Beschleunigung in fast allen Bereichen vorkommt, habe ich auch die verschiedensten Definitionen gefunden. In der Physik wird unter Akzeleration der Zeitunterschied bei Fixsternen, um den die Sterne von Tag zu Tag früher ihren höchsten Standtort erreichen, verstanden. Dieser Zeitunterschied beträgt 3 min 56,6 sec, und ist gleich dem Unterschied zwischen mittlerem Sonnentag und Sterntag. Bei der Mondbewegung bedeutet Akzeleration, die geringfügige Zunahme der Umlaufgeschwindigkeit des Mondes um die Erde, oder bei Uhren nennt man ein allmähliches anwachsendes Vorgehen auch Akzeleration (vgl. Der neue Brockhaus, 3. Auflage 1958, Band 1,S. 39).

Eine weitere Definition der „Beschleunigung“ ist das frühere Eintreten der körperlichen Reife bei Jugendlichen – verglichen mit Jugendlichen früherer Generationen“ (socioweb.de 1999, http://www.socioweb.de/).

Hier muss man zwei Unterscheidungen machen.

„Wenn die körperliche Entwicklung eines Jugendlichen einen Vorsprung gegenüber Gleichaltrigen erkennen lässt“ (vgl. EWERT 1983, S. 70)

Gerade im Jugendalter unterscheiden sich Gleichaltrige oft sehr deutlich voneinander. Es ist klar, dass die Umwelt auf solche äußeren Unterschiede bei Jugendlichen reagiert. Pubertierende Jugendliche achten sehr stark auf ihr Aussehen, Daher beobachten sie körperliche Veränderungen bewusster, womit die körperliche Früh- und Spätreife stark auf den sozialen Status unter Altersgenossen wirkt.(vg.l Hofer, A. & Reder, M.,(1997) Entwicklung im Jugendalter-Übung aus Pädagogische Psychologie, http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at:4711/

Hier meint man „die beschleunigte Entwicklung einer jüngeren Generation gegenüber früheren Generationen“ (vgl. NICKEL 1975, S.503ff)

Ursachen könnten sein:

·  Bessere Ernährung

·  Erhöhter Reizzufuhr im städtischen Gebiet

·  Zeitlich begrenzte und dosierte Stresseinwirkung in der Kindheit

·  Klimatische Einwirkung

·  Erhöhte Sonneneinstrahlung

·  Vermehrte sportliche Betätigung

(vgl. NICKEL 1975, S.291) 

Das Gegenteil der Akzeleration ist die Dezeleration, also eine verzögerte Entwicklung gegenüber Durchschnitts- bzw. Normwerten. 

Ganz allgemein kann man sagen, dass Akzeleration die immer kürzere Aufeinanderfolge von Epochen oder Generationen ist(vgl. wissen.de 2000-2005, München) 

Der Unterschied der verschiedenen Erklärungen ist nur das Themengebiet. Aber in allen Bereich wie Physik, Biologie oder Psychologie bedeutet Akzeleration das selbe, nämlich die Beschleunigung eines Zeitabschnitts, in dem etwas geschieht.

Verwendete Literatur

Der neue Brockhaus,(1958) 3. Auflage , Band 1 

EWERT,O. (1983),

Entwicklungspsychologie des Jugendalters

Stuttgart/Berlin/Küln/Minz: Kohlhammer 

HOFER, A. & REDER, M.,(1997)

Entwicklung im Jugendalter-Übung aus Pädagogische Psychologie,

Online im Internet: http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at:4711/
JUGENDPSYCH/JUGENDPSYCHREFERATE97/THEMA01/Thema01.html
(06-04-03) 

NICKEL,H. (1975),

Entwicklungspsychologie des Kinder und Jugendalters. Schulkinder und Jugendlicher

Stuttgart/Wien/Bern: Huber 

Socioweb.de, (1999),

Online im Internet: http://www.socioweb.de/
lexikon/lex-soz/a_e7akzelera.htm
(06-03-28) 

Wissen.de GmbH (2000-2005), München

Online im Internet: http://www.wissen.de/wde/generator/
wissen/ressorts/bildung/index,page=1044932.html
(06-03-28)


Siehe auch das
Lexikon für Psychologie und Pädagogik

Zu weiteren psychologischen Begriffen

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Ganz allgemein übersetzt heißt Akzeleration Beschleunigung. Davon abhängig in welchem Zusammenhang dieses Wort verwendet wird, kann es unterschiedliche Bedeutungen haben. Auf den Menschen bezogen, ist die Akzeleration „das beschleunigte Wachstum mit einer höheren Endgröße u. die vorzeitige Entwicklung u. Reifung der heutigen Jugend“ (Lexikon-Institut Bertelsmann 1971, S. 156).Biologisch gesehen, spricht man von einer Zunahme der Körpergröße mit jeder Generation (Demmer 2005, Online im Internet). Doch nicht nur das Längenwachstum wird beschleunigt, auch die geschlechtliche Reifung ist früher erreicht (Herder Verlag 1976, S.11).Ob die Beschleunigung der körperlichen Entwicklung eine Verzögerung (Retardation) verschiedener Bereiche des geistig-seelischem Lebens nach sich zieht, ist strittig. Einerseits wird behauptet, dass es sehr wohl zu dieser Verzögerung z.B. in Form der verspäteten Ausbildung der moralischen Urteilsfähigkeit kommen kann (Odenbach 1974, S. 16), andererseits wird auch die Meinung vertreten, dass die körperliche Entwicklungsbeschleunigung bei Kindern und Jugendlichen nicht zwingend eine Retardation geistig-seelischer Bereiche bedeuten muss (Herder Verlag 1976, S. 11).Eine Akzeleration tritt jedoch nicht unbedingt nur von Generation zu Generation auf, sondern es kann auch ein Unterschied in der Entwicklung zwischen Stadtkindern und Landkindern bestehen (Greiner, Georg & Kohl, S. 13).
Eigene Definition

Übersetzt heißt Akzeleration Beschleunigung. Auf den Menschen bezogen, versteht man hierunter eine Entwicklungsbeschleunigung hinsichtlich des Längenwachstums und der geschlechtlichen Reifung bei Kindern und Jugendlichen. Diese Beschleunigung kann einerseits gegenüber früheren Generationen beobachtet werden, aber auch bei Stadtkindern im Gegensatz zu Landkindern. Unter Umständen kann mit der Akzeleration eine Verzögerung der Entwicklung geistig-seelischer Bereiche einhergehen.

Verwendete Literatur

Demmer, Ch. (2005, Oktober 28). "Wikipedia - Die freie Enzyklopedie" URL

http://de.wikipedia.org/wiki/Akzeleration_%28biolog.%29 (05-10-31).

Greiner, G., Georg, W. & Kohl, O. (1982). Kleines Berufspädagogisches Lexikon. 5. Aufl., Bielefeld: Bertelsmann Verlag.

Herder Verlag (Hrsg.), (1976). Herder Lexikon – Pädagogik. Freiburg im Breisgau: Herder Verlag.

Lexikon-Institut Bertelsmann (Hrsg.), (1971). Das moderne Lexikon A – Art. Gütersloh – Berlin: Bertelsmann Lexikon-Verlag.

Odenbach, K. (1974). Lexikon der Schulpädagogik – Begriffe von A – Z. 1. Aufl., Braunschweig: Westermann Verlag.

Der Begriff Akzeleration bezeichnet die Tatsache, dass die Körpergröße der Menschen von Generation zu Generation zunimmt, ebenso das frühere Eintreten der körperlichen Reife bei Jugendlichen. Aus der medizinischen Sicht ist die Akzeleration problematisch, weil die Umwelt nicht auf diese Entwicklung eingestellt ist und als Folge ergonomische Probleme auftreten. 

Der Autor Sälzer ist der Meinung, dass die Akzeleration von verschiedenen Faktoren gefördert wird, zu denen unter anderem die Ernährung, das Klima und die Erbanlagen gehören. Es lässt sich auch ein Zusammenhang zwischen bestimmten Krankheiten, wie Chorea Minor und Rheumatische Krankheiten im Bezug auf Akzeleration feststellen. (A. Sälzer 1967, S. 27 – 40) 

Die zeitlichen Veränderungen des Wachstums sind im wesentlichen auf die ersten beiden Lebensjahre konzentriert. Die Autoren Lenz/Kellner sind der Meinung, dass die Kinder in den ersten 6 bis 7 Schuljahren heute wahrscheinlich sogar langsamer wachsen als in der Zeit von 1926 – 1936. Ihrer Meinung nach sind auch psychische Belastungen wachstumshemmend. (Lenz, Kellner, 1965 S. 13 – 17, 30 – 32) 

In dem Buch „Die Akzeleration der Geschichte und ihre Folgen für die Erziehung“ wird der Begriff Akzeleration mit Geschichte verbunden, zum Beispiel mit der Bevölkerungszunahme. Die Akzeleration der Geschichte wirkt auf die jungen Menschen als Beunruhigung, denn sie fühlen, dass die Zukunft voller Gefahren steckt. Die Beschleunigung des menschlichen Werdens ist kein isoliertes Phänomen, sie ist allgemein und macht sich überall auf der Erde bemerkbar. (Berger, Gaston 1963, S. 25 – 39) 

Im Internet ist Akzeleration unter anderem wie folgt definiert: „Die Entwicklungsbeschleunigung bei Jugendlichen mit tiefgehenden psychischen und physischen Folgen.“ 

Als zusammenfassende Definition bevorzuge ich Folgende: Akzeleration bedeutet Entwicklungsbeschleunigung bei Jugendlichen, die von verschiedenen Faktoren gefördert wird und die auch mit bestimmten Krankheiten in Verbindung gebracht wird.  

Verwendete Literatur: 

Sälzer, A. (1967). Ursachen und Erscheinungsformen der Akzeleration. VEB Verlag Volk und Gesundheit (Berlin) 

Lenz Widukind, Kellner Helmut (1965). Die körperliche Akzeleration. Juventa Verlag – Deutsches Jugendinstitut 

Hagen, Wilhelm, Paschlau G. u. R. (1961). Wachstum und Gestalt. Georg Thieme Verlag (Stuttgart) 

Berger, Gaston (1963). Die Akzeleration der Geschichte und ihre Folgen für die Erziehung. Westdeutscher Verlag (Köln und Opladen) 

Online-Lexikon: www.wikipedia.org

Psychologische Begriffsbestimmungen 2006


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