Psychologische Begriffsbestimmungen


Anspruchsniveau

Anspruchsniveau bezeichnet das persönliche Niveau, das jeder einzelne für sich persönlich definieren kann und an seine Leistungen stellt. Falls diese Vorhaben misslingen, sinkt das Anspruchsniveau. Wenn die Person ihre Vorhaben immer bewältigen kann, steigt das Anspruchsniveau dadurch an. 

Umfassende Bezeichnung für die Gesamtheit der Erwartungen, Zielsetzungen und Ansprüche an die eigene zukünftige Leistung. Das Anspruchsniveau hängt wesentlich von den Erfolgs- und Misserfolgserfahrungen ab und kann als eine Art selbst gesetzter Standard zur Bewertung der persönlichen Leistungen verstanden werden. Bei wiederholten Misserfolgen wird das Anspruchsniveau gesenkt; bei konstant über eigenen Niveau liegenden Erfolgen wird das Anspruchsniveau gesteigert.

Versagen, das das Anspruchsniveau deutlich übersteigt wird meist nicht als Versagen gedeutet.

Nach Lewin und Hoppe ist das Anspruchsniveau der individuelle Leistungsanspruch in einer gegebenen Situation. Die Höhe des Anspruchsniveaus richtet sich einerseits nach den angestrebten Leistungsziel und seiner Bedeutung, andererseits nach den Erfahrungen von Erfolg und Misserfolg in der konkreten Situation. Die Tendenz, einen möglichst hohen Leistungsstandard zu erreichen, wird auch als Ich-Niveau bezeichnet.

Erfolg steigert durch bestätigende und anspornende Wirkung das Anspruchsniveau; Auch Entscheidungsgeschwindigkeit und bevorzugte Wahl schwierigerer Aufgaben. Misserfolg hat die gegenteilige Wirkung.

Zur Bezeichnung der Höhe der Anforderungen, die ein Individuum an seine eigenen Leistungen oder Ziele stellt. Das Anspruchsniveau ist ein selbst gesetzter Standard zur Bewertung eigener Leistungen.

Wiederholte Erfolge steigern das Anspruchsniveau, Misserfolge senken es.

Ein Versagen nach überhöhtem Anspruchsniveau wird meistens nicht als Misserfolg gewertet. Das Anspruchsniveau wird auf Zielsetzung von Individuen genauso wie von Gruppen, Organisationen und Bevölkerungsteile bezogen. Beispielsweise im Hinblick auf Lebensstandard, Konsumniveau, soziale Sicherung oder Selbstverwirklichung.

Die Gesamtheit der Anforderungen, die das Individuum an sich und seinen Lebenserfolg stellt.

Ein von Person zu Person veränderlicher Standard von Erwartungen, Zielsetzungen oder Ansprüchen an die eigene Leistung. Das Erreichen des Ziels wird als Erfolg, das Nichterreichen als Misserfolg erlebt.

Verwendete Literatur:

Wörterbuch der Psychologie / Werner D. Fröhlich

Schülerduden für Psychologie

Brockhaus (Band 2)

Großes Duden Lexikon

http://www.medpsych.uni-freiburg.de/OL/glossar/body_anspruchsniveau.html

Auf Grund einer Recherche über den Begriff Anspruchsniveau wurden folgenden Definitionen in verschiedenen Literaturen wie folgt gefunden. Der erste Eintrag, „Im Zusammenhang mit Leistungsmotivation spielt der Begriff A eine Rolle. Damit wird der Grad der Anforderung bezeichnet, den ein Mensch in Leistungssituationen an sich selber stellt. Das A markiert jenen Punkt eines individuellen Gütemaßstabes, ab dem ein Individuum eine Leistung als „gut“ oder als „erfüllt“ erachtet“ (Dieterich & Rietz 1996, S.34), gibt eine ähnliche Erklärung wie die folgende ab: „Anspruchsniveau, Aspirationsniveau, von K. LEWIN eingeführter Begriff zur Bezeichnung der Höhe der Anforderungen, die ein Individuum an seine eigenen Leistungen oder Ziele stellt. Wiederholte Erfolge steigern, Misserfolge senken das A.“ (Brockhaus 1996, S. 641). Sinngemäß wird es in der folgenden Literaturausgabe beschrieben: „Anspruchsniveau, die Anforderung, die jemand im Hinblick auf Quantität oder Qualität einer Leistung an sich selbst stellt. […] Die Höhe des Anspruchsniveaus ist sowohl von überdauernden à Persönlichkeitsmerkmalen als auch von Vorerfahrungen (Misserfolgen oder Erfolgen) bei der Lösung ähnlicher Aufgaben abhängig“ (Tewes & Wildgrube 1992, S.24). Wirkung von Erfolg und Misserfolg sind somit bedeutende Faktoren im Hinblick auf das Anspruchsniveau, wie die beiden weiteren Beschreibungen zeigen: „Ein wesentliches Moment zur Steigerung der Arbeitsintensität liegt in den von Hoppe und Lewin aufgewiesenen Wirkungen von Erfolg und Misserfolg mit ihren Rückwirkungen auf das Anspruchsniveau. Die Leistungsfreudigkeit und der Arbeitserfolg sind dann am günstigsten, wenn das Anspruchsniveau des Menschen an seine Leistung auf einer Höhe liegt, die bei vollem Willenseinsatz gerade noch bewältigt werden kann. Ein Erfolgserlebnis entsteht, wenn wirklich im Sinne diese Anspruchsniveaus gehandelt wird“ (Mayer & Herwig 1961, S.82). „Wie die Anspruchsniveauforschung seit Hoppe (1931) gezeigt hat, sind Richtung und Größe der Diskrepanz zwischen Anspruchsniveau und Leistungsniveau entscheidend für das Erleben von Erfolg und Misserfolg (Herrmann, Hofstätter, Huber & Weinert 1977, S. 304 f.). 

Anspruchsniveau stellt somit die Anforderung, die eine Person im Bezug auf eine Leistung an sich selbst stellt dar.

Verwendete Literatur

Brockhaus GmbH, F.A. (1996). Brockhaus – Die Enzyklopädie: in vierundzwanzig Bänden – zwanzigste, überarbeitete und aktualisierte Auflage Erster Band A – AP (S.641). Leipzig -Mannheim: F.A. Brockhaus GmbH

Dieterich, R. & Rietz, I. (1996). Psychologisches Grundwissen für Schule und Beruf. Ein Wörterbuch (S. 34). Donauwörth: Auer Verlag GmbH

Herrmann, T., Hofstätter P.R., Huber, H. P. & Weinert F. E. (1977). Handbuch psychologischer Grundbegriffe (S. 304 - 305). München: Kösel-Verlag

Mayer, A., Herwig, B. (1961). Handbuch der Psychologie in 12 Bänden. 9. Band Betriebspsychologie (S. 82). Göttingen: Verlag für Psychologie, Dr. C. J. Hogrefe

Tewes, U. & Wildgrube, K. (1992). Psychologie-Lexikon (S. 24). München: R. Oldenbourg Verlag GmbH


Siehe auch das
Lexikon für Psychologie und Pädagogik

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