Psychologische Begriffsbestimmungen


Clique

Quelle – Internet

Laut dem Internetlexikon „Encarta“ (Online im Internet: www.encarta.msn.com) stammt dieser Begriff aus dem Französischen und bedeutet „Klüngel“ bzw. „Bande“.

Das Wort „Clique“ kann laut der Internetseite „Wikipedia“ (Online im Internet:
www: http://de.wikipedia.org/wiki/Clique) folgende Bedeutungen haben:

Primärgruppen sind Gruppen, in denen der Mensch als erstes Mitglied wird, wie es in der Familie der Fall ist. Die Mitglieder stehen in vorwiegend emotional bestimmten, direkten und häufig persönlichen Kontakten zueinander. Durch die kleine Gruppengröße wird die gegenseitige Beeinflussung gefördert und so entwickeln sich ähnliche Einstellungen, Werte und Normen. Dem gegenüber steht die Sekundärgruppe, die im Laufe des Lebens für einzelne Individuen an Bedeutung und Funktion gewinnen kann.

Als Informelle Gruppen werden in der Soziologie und anderen Sozialwissenschaften als soziale Gruppen bezeichnet, die sich mehr oder weniger spontan gebildet hat, und weder (noch) über formale Strukturen noch über festgelegte Ziele verfügt. Als typische informelle Gruppen werden die Cliquen von Jugendlichen aber auch Skatrunden angesehen.

Quelle – Fachbücher der Pädagogik und Psychologie

In diversen Fachbüchern der Fachbibliothek des Instituts wird für das Wort „Clique“ oft ein Synonym verwendet, nämlich die „Peergruppe“.

Das Buch „Entwicklungspsychologie“ von Oerter-Montada erklärt den Begriff „Peergruppe“ als eine Gruppe von Gleichaltrigen und Gleichgesinnten, die im Jugendalter eine wichtige Funktion einnimmt.

Eine Reihe von Autoren haben der Peergruppe eine wichtige Entwicklungsfunktion im Jugendalter zugesprochen (Ausubel,1968; Coleman, 1961; Eisenstadt, 1996; Erikson, 1968).

Die Peergruppe begegnet uns meist als Clique mit einer großen Vielfalt von Ausprägungsformen des jugendlichen Lebensstils (zwei solcher Jugendstile, die konträr zueinander stehen, sind beispielsweise die Punks und die Sportgruppe).

Die „Peergruppe“ bzw. „Clique“, welche sich in der Jugend herausbildet, nimmt eine bestimmte gesellschaftliche Funktion ein. Eisenstadt (1966) meint, dass die „Peergruppe“, die gesellschaftlichen Konflikte und Defizite zum Ausdruck bringt.

Quelle – allgemeines Nachschlagewerk:

Im „Brockhaus“ wird der Begriff „Clique“ wie folgt erklärt – „Verein, Gesellschaft, Klüngel, Sippschaft – Cliquenwesen: Herrschaft von Cliquen.“

Im „Bertelsmann-Lexikon“ wird der Begriff „Clique“ als Interessen oder Machenschaften verbundener Gruppen, Sippschaft, Bande, verstanden.

Zusammenfassung

Zusammengefasst bedeutet „Clique“ einen Kreis von Gleichaltrigen und Gleichgesinnten im Jugendalter, der sich regelmäßig trifft und sich als zusammengehörig fühlt. „Cliquengebundene setzten sich am meisten von den Leistungsnormen der Erwachsenengesellschaft ab“ (Zitat nach Fend, 1998), d.h. Jugendliche in Cliquen sind kontaktfreudiger, zeigen ein höheres Selbstbewusstsein und ein positives soziales Selbstbild. All diese Faktoren sind wichtige Entwicklungsfunktionen im Jugendalter.

Unter Clique versteht man unter anderem auch Gruppe, Clan, Klüngel (vgl. Grüner 1982, S. 63).

Mit Clique wird der Zusammenschluss mehrer Personen innerhalb eines sozialen Umfeldes, die von den Normen der Großgruppe abweicht, bezeichnet (vgl. Rischar, Rischar-Titze 1976, S. 30).

Gruppe von meist 2 - 8 Personen, die sich von einer größeren Gruppe abgesondert und einen eigenen Gruppenkodex gebildet hat. Auffallend ist die feste Verbundenheit der Mietglieder, die auf vollem gegenseitigem Vertrauen beruht. Die Bildung von Cliquen ist meist ein Zeichen dafür, dass die größere Gruppe zerfällt (vgl. Odenbach 1974, S. 112).

In der Jugendpsychologie ist das Wort Clique auch eine Bezeichnung für Jugendlichegruppen, deren Mitglieder in einer lockeren, zwanglosen, gefühlsgetragenen Beziehung zueinander stehen. Trotz der lockeren Beziehungen ist der Einfluss der Clique für einzelnen groß, weil sie ihm Rückhalt bei der Ablösung aus der Familie, auch bei der Auseinandersetzung mit der Erwachsenenwelt bietet; zugleich bietet sie Möglichkeiten zur Einübung sozialer Verhaltensweisen (vgl. Grüner 1982, S. 63).

Bedeutet entweder (abwertend) Personengruppe, die vornehmlich ihre eigenen Gruppeninteressen verfolgt oder Freundes-, Bekanntenkreis

(vgl. Asleben, S. 193). 

Zusammenfassend bedeutet, dass Wort „Clique“ eine kleine Personengruppe, die sich von einer größeren, in Folge von gemeinsamen Gruppeninteressen, herausbildet. Die Clique bildet einen eigenen Kodex.  Clique wird auch umgangssprachlich für das Wort Gruppe verwendet. Laut dem Herder Lexikon – Pädagogik umfasst eine Gruppe mehr als zwei Personen, ist aber auf eine relativ kleine Zahl von Gruppenmitgliedern beschränkt. Diese zeichnen sich aus durch gemeinsame Interessen, häufige Kontakte, durch ein Zusammengehörigkeitsbewusstsein oder durch die Anerkennung von Gruppennormen (vgl. Kaluza, S.79; Brunner&Zeltner, S. 88).

Siehe auch Clique

Verwendete Literatur

Brunner, R., Zeltner, W. (1980). Lexikon zur Pädagogischesn Psychologie und Schulpädagogik. Ernst Reinhardt Verlag: München.

Alsleben, B. (Hrsg.) (1996). Duden. Fremdwörterbuch. Dudenverlag: Wien.

Grüner, G., Georg W., Kahl O. (1982). Kleines Berufspädagogisches Lexikon. W. Bertelsmann Verlag KG: Bielefeld.

Kaluza, B. (1976). Herder Lexikon. Pädagogik. Verlag Herder KG: Freiburg im Breisgau.

Odenbach, K. (1974). Lexikon der Schulpädagogik. Begriffe von A – Z. Westermann: Braunschweig.

Rischar, K., Rischar-Titze, C. (1976). Lexikon für Berufs- und Arbeitspädagogik. Über 2400 Haupt- und Hinweisstichworte. Friedrich Kiehl Verlag GmbH: Ludwigshafen.


Siehe auch das
Lexikon für Psychologie und Pädagogik

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