Psychologische Begriffsbestimmungen


Disziplin 

„Disziplin: 1) (ohne Plural) auf Ordnung bedachtes Verhalten; Unterordnung, bewusste Einordnung. 2a) Wissenschaftszweig, Spezialgebiet einer Wissenschaft 2b) Teilbereich, Unterabteilung einer Sportart“ (Baer, Fritsche, Lange, Pein & Vogel 2001, S. 236).

„[…] die Disziplin der Pädagogik, die vom erzieherischen und Bildungswert der Stoffe und Gegenstände handelt heißt Didaktik“ (Kohlhammer 1963, S. 11f).

„Der Begriff Disziplin versteht unter anderem die gesamte Willen- und Charakter­bildung, ja das Ganz der Erziehung im spezifischen Sinn, sofern ihr Endzweck der selbstverantwortlich handelnde sittliche Mensch ist“ (Röhrs 1968, S. 14).

„[…] Es gibt eine negative Besetzung von Disziplin: Gehorsam, Blindheit, unkritische Gefolgschaft. Ich will ein zeitgemäßes Verständnis von Disziplin finden und gehe vom antinomischen Prinzip aus: Jede Aussage hat auch eine Kehrseite. Disziplin ist wichtig, aber wer nur auf Disziplin besteht, ist ein Tyrann und auch ein Verhinderer, weil er  Freiraum nimmt“ (Rüedi 2004, S. 6).

„[…] Jede Körperschaft, jede größere Gemeinschaft, die auf der Mitwirkung mehrerer Einzelmenschen beruht, bedarf der Disziplin, d.h. der Unterordnung des einzelnen, ohne die ein Zusammenwirken unmöglich ist. Ohne Disziplin wäre kein Fabrikbetrieb, kein Schulunterricht, kein Militär und kein Staat möglich“ (Luxemburg 2000, S. 1).

Eigene Formulierung:

Das Wort Disziplin ist je nach Verwendung im Kontext verschieden zu interpretieren. Einerseits beschäftigt sich die Disziplin mit der Lehre des Gehorsams sowie der Unterwerfung des Einzelnen, um ein geordnetes Zusammenleben zu ermöglichen. Andererseits befassen sich die Disziplinen mit der Behandlung gewisser Stoffgebiete oder Teilbereiche.

Verwendete Literatur

Baer, D., Fritsche, P., Lange, W., Pein, C. & Vogel, G. (2001). Duden das Fremdwörterbuch. Mannheim: Verlag Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG. 

Kohlhammer, W. (1963). Die Pädagogik und ihre Disziplin. Stuttgart: W. Kohlhammer GmbH. 

Luxemburg, R. (2000). Parteidisziplin.

WWW: http://www.marxists.org/deutsch/archiv/
luxemburg/1914/12/parteidisziplin.htm
(06-04-01)

Röhrs, H. (1968). Die Disziplin in ihrem Verhältnis Lohn und Strafe. Frankfurt a. M.: Akademische Verlagsgesellschaft.

Rüedi J. (2004). Disziplin in der Schule. Plädoyer für ein antinomisches Verständnis von Disziplin und Klassenführung. Bern: Paul Haupt Verlag.


Siehe auch das
Lexikon für Psychologie und Pädagogik

Zu weiteren psychologischen Begriffen

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Disziplin kommt aus dem Lateinischen und steht für Unterweisung, Zucht und Ordnung. Als Disziplin bezeichnet man das Befolgen von Vorschriften oder Regeln. Selbstbeherrschung wird als Selbstdisziplin bezeichnet (vgl. Brockhaus 1988, S. 553).

Disziplin ist „ein vom Willen gesteuertes Verhalten gemäß der Regeln und Werte, die für menschliches Zusammenleben konstitutiv sind. (...) Das Organisationsgefüge der Schule ist ohne D. unerdenkbar“ (Arnold, Eysencken & Meili 1996, S. 386).

Als Disziplin kann ein Fach in der Schule oder ein Wissenschaftszweig bezeichnet werden. Im Zusammenhang damit trifft man auch auf die Begriffe Heeres- und Betriebs-Disziplin. (vgl. Böhm 2000, S. 138).

Disziplin kann als Teilgebiet eines Betätigungsfeldes bzw. als Unterordnung der Befehle von Vorgesetzten oder zur sexuellen Befriedigung gesehen werden (vgl. Pallando 2005, http://de.wikipedia.org/wiki/Disziplin.2005-11-01 15:02).

Im „Ilexikon“ wird zwischen Disziplin im engeren Sinn und umgangssprachlicher Synonyme unterschieden. Unter Disziplin im engeren Sinn wird zwischen Unterordnung, Zucht, und bewusster Einordnung unterschieden. Beim umgangssprachlichen Synonym spannt sich der Bogen von Teilbereichen der Sportart über Spezialgebiete der Wissenschaft bis hin zur Selbstdisziplin. (vgl. ohne Autor 2005, http://www.ilexikon.com/Disziplin.html. 2005-11-01 15:47)

Den Begriff Disziplin findet man in nahezu allen Nachschlagewerken. In fast allen Quellen wird zuerst darauf hingewiesen, dass Disziplin vom lateinischen kommt. Weiters findet man die Verbindungen von Disziplin mit Schule, Sport und der Selbstdisziplin vor. Dass Disziplin die Einhaltung von Regeln und Vorschriften bedeutet, findet man in dieser Deutlichkeit nicht in allen meiner Quellen. Bei den Internet Quellen ist diese Aussage nur in versteckter Form vorhanden. Nur in einem Nachschlagewerk wird auf die Begriffe Schul-Disziplin, Heeres-Disziplin und Betriebs-Disziplin hingewiesen. Weiters kann man noch einer Quelle entnehmen, dass Disziplin ein Schulfach und einen Wissenszweig bezeichnet. In einer der Internet-Quellen ist auch noch die Disziplin zur sexuellen Befriedigung angeführt. Eine andere Quelle geht auf eine historische Definition ein, dass in der Antike Disziplin und Schule dasselbe war. In allen Quellen jedoch wird darauf hingewiesen, dass ohne Disziplin nichts funktionieren könne (Organisationen, Verkehr, Betriebe, ua.).

Disziplin (lat. „Zucht“, „Ordnung“) ist das Einhalten von Regeln und Vorschriften und es beinhaltet die Unterordnung bei Befehlen und Anweisungen. Es ist ein wichtiger Bestandteil, um sich in einer Gesellschaft einzuordnen. Betrifft die Disziplin nur einem selbst spricht man von der „Selbstdisziplin“ (= Selbstbeherrschung) Im Sport gibt es verschiedene Disziplinen (Teilbereiche einer Sportart) und man spricht auch von Schul-Disziplin, Heeres-Disziplin und Betriebs-Disziplin. (Viola Oberkofler)

Verwendete Literatur

Arnold W., Eysencken H.S. & Meili R. (1996). Lexikon der Psychologie. Breisgeu: Herder Freiburg.

Böhm, W. (2000). Wörterbuch der Pädagogik. Stuttgart: Alfred Kröner.

Brockhaus Enzyklopädie (1988). Mannheim: F.A. Brockhaus GmbH.

Pallando. (2005). Disziplin.

Online im Internet:  http://de.wikipedia.org/wiki/Disziplin (2005-11-01 15:02).

Ohne Autor (2005). Disziplin.

Online im internet: http://www.ilexikon.com/Disziplin.html (2005-11-01 15:47).

Psychologische Begriffsbestimmungen 2006


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