Psychologische Begriffsbestimmungen 2006

N.N. & Gudrun Agnes Rieß

Empirie 

Verdeutlichung der Unterschiedlichkeit der Komplexität der Definitionen des Wortes Empirie

Setzen wir also den Geist voraus als ein weißes Papier, leer von allen Charakteren, ohne irgendeine Idee, woher wird er damit versehen? Darauf antworte ich mit einem Worte: Von der Erfahrung. Auf sie gründet sich alles unser Wissen.
(John Locke, An Essay Concerning Human Understanding, Book II, Chapter I, Of Ideas in General and their Original, § 1)

Oder

„exakte Bestandsaufnahme der Erfahrungsgegebenheiten und die vorurteilslose, ungedeutete Beschreibung der Wirklichkeit realer Lebensumstände, Ereignisse und Meinungen“

Die Erklärungen für den Begriff Empirie schwankt in den verschiedenen Quellen ziemlich stark. Im Allgemeinen findet man kaum eine klare Definition von Empirie sondern muss die Erklärung aus mehreren Seiten erarbeiten. Ein weiteres Problem ist das der Begriff Empirie manchmal aufgespaltet wird in „reine“ Empirie und „systematischer“ Empirie zum Beispiel.

In meiner Definition versuche ich die einheitlichen Aussagen zusammenfassen  

Empirie = Erfahrung. Aus Beobachtung der Natur gewonnenes Datenmaterial und dessen Auswertung samt Schlussfolgerungen auf eine allgemeine Wahrheit.

Verwendete Literatur

Behmel, A (2005).  student-online
Online im Internet: WWW:  http://www.student-online.net/dictionary/action/
view/Glossary/5211c1b4-b9e9-1028-9a84-00096b3f4e2e
(06-04-01)

Coppieters, Bruno. (1994). Kritik einer reinen Empirie. Berlin: Akademie Verlag

Feil, Hans-Dieter. (1974). Erziehungswissenschaften zwischen Empirie und Normativität. Stuttgart: Kohlhammer.

Friedrichs, Jürgen. (1997). Soziologische  Theorie und Empirie. Opladen: Westdt. Verlag.

Hülst, Dirk. (1975) Erfahrung, Gültigkeit, Erkenntnis. Zum Verhältnis von soziologischer Empirie und Theorie. Frankfurt, Main: Campus-Verlag.


Siehe auch das
Lexikon für Psychologie und Pädagogik

Zu weiteren psychologischen Begriffen

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Internet-Quellen

Empirie ist eine Erkenntnismethode, die im Gegensatz zur Theorie von der Erfahrung ausgeht. Empirische Wissenschaften sind Tatsachen- oder Realwissenschaften, die Erfahrungen zergliedern oder zusammenfassen, beschreiben und auswerten“ (wissen.de, Download: 03.11.2005).

Empirie, Erfahrung, ist heute ein wissenschaftlicher Begriff für praktische Forschung im Gegensatz zur reinen Theorie“ (Sociologicus Lexikon, Download: 03.11.2005).

Klassische Quellen

Empirie ist die Erfahrung. Empirische Wissenschaft bezeichnet jede Wissenschaft, die ihre Sätze nicht durch Herleitung (Deduktion) aus Hypothesen gewinnt, sondern durch auf Beobachtung gegründete Erfahrung“ (F. A. Brockhaus GmbH 2005, S. 234).

Empirie ist die Sinneserfahrung und Wahrnehmungs- und Beobachtungshaltung, die ihre Aussagen über Welttatbestände vornehmlich auf sinnliche Erfahrung gründen möchte, in starker Abgrenzung zu theoretischer oder spekulativer Vorgehensweise. Allgemein akzeptiert ist heute, dass jede E. von einer Theorie oder Hypothese geleitet ist“ (Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH 1995, S. 82 f).

Empirie ist die Erfahrung selbst und die auf Erfahrung beruhende Erkenntnis. D. h. mit diesen Begriffen werden Beobachtungen oder Aussagen bezeichnet, die sich auf sinnliche Erfahrungen (Wahrnehmungen) beziehen oder von ihnen abgeleitet sind. Ein typisches Beispiel empirischen Vorgehens ist das Experiment. Theorien, die nur das objektiv Beobachtbare, Kontrollierbare, Wiederholbare als Grundlage der Wissenschaft anerkennen, bezeichnet man als Empirismus (zB Behaviorismus)“ (Grüner, Kahl & Georg 1974, S. 66).

Empirismus bedeutet Erfahrungslehre. Die Erfahrungsphilosophie ist die Auffassung, dass der Erfahrung (Empirie) in der Erkenntnis die entscheidende Rolle zukommt“ (Hehlmann 1965, S. 111).

Zusammenfassung

In allen Quellen wird Empirie als eine (Sinnes-) Erfahrung, welche selbst auf Erkenntnissen, Wahrnehmungen und Beobachtungen basiert, beschrieben. Experimente sind typische empirische Vorgehensweisen, bei denen jene Erfahrungen und Erkenntnisse gewonnen werden können. Die auf diese Beobachtungen gegründeten Theorien und Lehren (Erfahrungslehren) bezeichnet man auch als Empirismus.

Definitionen in Internet-Quellen sind im Gegensatz zu den klassischen (psychologischen) Quellen sehr breit gefächert. Man erhält zur allgemeinen, manchmal jedoch etwas kürzer gefassten, Begriffsdefinition zusätzlich detaillierte Informationen über Empirie in der Philosophie (v. a. die Lehre von Kant) sowie in Bereichen der (Natur-) Wissenschaft. Ebenfalls finden sich oft auch Verweise auf Experimente und Theorien, welche in Zusammenhang mit dem gesuchten Begriff stehen (zB Lernexperimente, Experimente im Volksschulbereich, Verhaltenstheorie – Behaviorismus, etc.).

Die klassischen Lexika enthalten die genaue Definition des Begriffs sowie evtl. noch einen kurzen Zusammenhang mit einem sehr ähnlichen Begriff (hier: Empirie – Empirismus bzw. empirische Wissenschaft). Die Begriffsbeschreibungen an sich gehen bei den klassischen Quellen viel mehr ins Detail als bei Quellen im Internet.

Verwendete Literatur

In F. A. Brockhaus GmbH (Hrsg.), Der Brockhaus in einem Band. Jubiläumsausgabe 2005. 11. aktualisierte Auflage (S. 234). Leipzig 2005: F. A. Brockhaus GmbH.

In Lexikon-Institut Bertelsmann (Hrsg.), Lexikon der Psychologie (S. 82 f). Gütersloh 1995: Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH.

Grüner, G./Kahl, O./Georg, W. (1974). Kleines berufspädagogisches Lexikon. Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag KG.

Hehlmann, W. (1965). Wörterbuch der Psychologie. Stuttgart: Alfred Kröner Verlag.

Ohne Autor. Empirie.
WWW: www.wissen.de/xt/default.do?MENUNAME=
Suche&SEARCHTYPE=topic&query=Empirie
(05-11-03)

Ohne Autor. Empirie.
WWW: http://www.sociologicus.de/lexikon/lex_soz/a_e/empirie.htm (05-11-03)

Psychologische Begriffsbestimmungen 2006


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