Psychologische Begriffsbestimmungen 2006

Julia Muckenhammer

Erregungsniveau

Der Begriff Erregungsniveau ist vielmehr ein Ausdruck der Psychologie als der Pädagogik, deshalb war der Begriff dominierend in psychologischer Literatur anzutreffen. Für das Wort Erregungsniveau sind auch andere Bezeichnungen üblich, so ist es möglich in der Fachliteratur Erregungsniveau auch unter der Benennung Aktivierungniveau oder Aktivation zu finden.

Zur Einführung eine Definition aus einem psychologischem Wörterbuch „Aktivation, Aktivierung (nach engl. Activation/arousal), Erregung von neutralen und von psychischen Prozessen durch innere und äußere Reize, die Aktionen vorausgeht und diese begleitet…“ (Dorsch, Psychologisches Wörterbuch, S.18).

Weiters eine allgemeine Definition: „Mit den Begriffen Aktivation, Aktivierung oder unspezifische Erregung wird allgemein der Wachheitsgrad oder das Bewusstsein des Organismus bezeichne.“ (Greitemayer, 1980, S. 67).

Jedoch sind diese allgemeinen  Erläuterungen noch viel zu allgemein um den Begriff Erregungsniveau zu verstehen, daher bedarf es einer genaueren Bestimmung. Diese liefert der Psychologe Philip G. Zimbardo denn dieser verfolgt die Theorie des „optimalen Erregungsniveau“.

„Menschen suchen die Spannung und Erregung in Aktivitäten wie Achterbahn fahren oder Horrorfilme und aufgrund dieser Beobachtungen wurde die Theorie des „optimalen Erregungsniveau“ entwickelt. Sie besagt, Leistung hänge sowohl von einem bevorzugten Niveau der Erregung als auch von der Komplexität der Aufgabe ab (Berlyne 1960, 1967; Hebb 1955). Es scheint eine allgemeine Vorliebe für Umwelten zu geben, die ein mittleres Stimulationsniveau bieten, das weder zu niedrig (sensorische Deprivation) noch zu hoch (Reizüberflutung) liegt“ (Zimbardo, 2003, S. 414).

Der Mensch ist ständig Reizen ausgeliefert und sollte diese verarbeiten. Über das Aufsuchen und Vermeiden von stimulierenden Reizen kann die Erregung reguliert werden. Ist die Stimulierung am Höhepunkt werden weitere Reize gemieden. Menschen erreichen durch ihr Verhalten und Aktivitäten verschiedene Erregungen bzw. Gefühle wie zum Beispiel Wut, Spannung, Angst oder Freude. Diese Erregungszustände beeinflussen die Menschen in ihrem Handeln und in ihrer Leistung.

Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem Erregungsniveau und der Leistung. Erhöhte Erregung sollte bis zu einem bestimmten Punkt und insbesondere bei einfachen Aufgaben die Leistung verbessern. Während extreme Erregungszustände beeinträchtigend wirken sollten“ (Enzyklopädie der Psychologie, S.617).

Eine vergleichende Definition liefert auch ein Handbuch Psychologischer Grundbegriffe: “Angemessener erscheinen Theorien die das optimale Aktionsniveau eines Organismus das mit der Schwierigkeit der jeweils zu lösenden Aufgabe variiert berücksichtigen. Je nachdem ob ein Ereignis zu einer mäßigen oder starken Aktivierung des Organismus führ“ (Hermann, 1977, S. 69).

Welche Leistung ein Mensch erbringen kann ist demnach davon abhängig auf welchem Erregungsniveau der Organismus sich befindet und ob leichte oder schwere Aufgaben zu lösen sind.

Verwendete Literatur

Dorsch, F. (2003). Psychologisches Wörterbuch. Auflage 12. (Seite 18). Bern: Verlag Hans Huber.

Greitemayer, M. (1980). Medizinische Psychologie. Medizinische Soziologie. (Seite 67). Stuttgart: Frommann-Holzboog.

Zimbardo, P. (2003). Psychologie. 6.Auflage. (S. 414). Berlin: Verlag Springer.

Enzyklopädie der Psychologie. Theorie und Forschung KOGNITION. Gedächtnis Band 4. (Seite 617). Göttingen: Verlag für Psychologie Hofgrefe.

Hermann, T.(1977). Handbuch psychologischer Grundbegriffe (S.69). München: Kösel-Verlag.


Siehe auch das
Lexikon für Psychologie und Pädagogik

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