Psychologische Begriffsbestimmungen 2006

Acuma Harun & Paul Vogtenhuber

Gedächtnis 

Gedächtnis ist die Fähigkeit des Gehirns, die die Speicherung von Lernstoff, Eindrücken, Erlebnissen und Erfahrungen und die Reproduktion derselben zu einem späteren Zeitpunkt möglich macht, Erinnerungsvermögen. Speicher der aufgenommenen Sinneseindrücke, des Erlernten, Erinnerung

Sie ist auch die Fähigkeit, Sinneswahrnehmungen, Erfahrungen und Bewußtseins-Inhalte zu registrieren, über längere oder kürzere Zeit zu speichern und bei Bedarf wieder zu reproduzieren. In der Regel wird nach Kurzzeit- und Langzeit-Gedächtnis unterschieden. Das Kurzzeit-Gedächtnis umfaßt nur wenige Informationseinheiten (meistens wird gesagt: 7 plus/minus 2). Der größte Teil des Gedächtnisses macht das Langzeit-Gedächtnis aus. In ihm sind Ereignisse und Vorstellungen über Tage, Monate und Jahre gespeichert.

Unter Gedächtnis versteht man auch die Fähigkeit des Gehirns, Informationen aufzunehmen, zu behalten, zu ordnen und wieder abzurufen. Je nach Art der Gedächtnisinhalte unterscheidet man zwischen deklarativem und prozeduralem Gedächtnis. Das deklarative Gedächtnis speichert Fakten bzw. Ereignisse, die entweder zur eigenen Biographie gehören (episodisches Gedächtnis) oder das sogenannte Weltwissen eines Menschen ausmachen, wie zum Beispiel berufliche Kenntnisse, Fakten aus Geschichte, Politik, Kochrezepte etc. (semantisches Gedächtnis). Das prozedurale Gedächtnis beinhaltet Fertigkeiten, die automatisch, ohne Nachdenken eingesetzt werden. Dazu gehören vor allem motorische Abläufe (Fahrradfahren, Schwimmen, Tanzen, Skifahren, etc.).

…“Fähigkeit Informationen abrufen zu können“ (Solso 2005, S.7)

…“Das Gedächtnis organisiert die Grundlage eines Systems zur Fortführung der Selbsterhaltung.“ (Becker 2004, S.88) 

Verwendete Literatur

http://de.wikipedia.org/wiki/Ged%C3%A4chtnis

http://www.nlp.at/lexikon_neu/

http://www.dwds.de/?woerterbuch=1&qu=
ged%C3%A4chtnis&last_corpus=DWDS


Siehe auch das
Lexikon für Psychologie und Pädagogik

Zu weiteren psychologischen Begriffen

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Zu diesen Begriff wird man zuerst einmal in einer allgemeinen Enzyklopädie nachschlagen. „Gedächtnis – die Fähigkeit des Menschen, sich Inhalte des Bewusstseins unwillkürlich oder durch bewusstes Lernen zu merken und über Zeitstrecken hin zu behalten“ (Brockhaus 1954, S. 348). Man kann hier klar erkennen, dass diese Fähigkeit exklusiv nur dem Menschen zugeschrieben wird und nicht allen Organismen, welche ein Hirn besitzen.

Eine modernere Quelle im Internet hat nicht diese Einengung auf den Menschen.

„Unter Gedächtnis oder Mnese versteht man die Fähigkeit des Gehirns, Informationen aufzunehmen, zu behalten, zu ordnen und wieder abzurufen“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Ged%C3%A4chtnis).

Eine beeindruckende Analogie zum bereits zitierten Brockhaus findet man in einem Werk zur Psychologie. „Gedächtnis, die Fähigkeit, Bewusstseinsinhalte über lange Zeiträume (unbewusst) zu bewahren und zu gegebener Zeit willkürlich oder unwillkürlich zu vergegenwärtigen (zu reproduzieren)“ (Hehlmann 1965, S.170). Es hat nach Hehlmann den Anschein, dass das Bewahren unbewusst geschehen soll. Dies ist doch etwas fraglich, da ein solcher Bewahrungsprozess sicher auch bewusst gesteuert werden kann.

Andere Autoren beschreiben Gedächtnis als die Fähigkeit eines Organismus, Informationen aufzunehmen, eine gewisse Zeit zu speichern und auf spezifische Reize hin wiederzugeben. Die Fachbegriffe für die einzelnen Handlungen sind Einprägung oder Lernen, Retention oder Behalten, Assoziation und Reproduktion (vgl. Oswald 1977, S.344).

Zuletzt noch eine sehr kurze Form der Definition: „Mit Gedächtnis wird die Fähigkeit von Organismen bezeichnet, aufgenommene Informationen mehr oder minder lange Zeit aufbewahren zu können“ (Bredenkamp 1981, S.129). 

Eine zusammengefasste Definition der zitierten Quellen würde folgendes Ergebnis liefern:

Unter Gedächtnis versteht man die Fähigkeit eines Organismus, Informationen aufzunehmen, über mehr oder minder lange Zeiträume aufzubewahren und dann auch wiedergeben zu können.

Verwendete Literatur

Bredenkamp, J. (1981). Gedächtnis. In Schiefele, Hans (Hrsg.), Handlexikon zur pädagogischen Psychologie (S. 129-133). München: Ehrenwirth.

Hehlmann, W. (1965). Wörterbuch der Psychologie. 4. Auflage mit 33 Abbildungen. Stuttgart: Alfred Kröner.

Ohne Autor (1954). Der Große Brockhaus. Sechzehnte, völlig neu überarbeitete Auflage in zwölf Bänden. Vierter Band fba-goz. Wiesbaden: F.A. Brockhaus.

Ohne Autor (2005) Gedächtnis. WWW: http://de.wikipedia.org/wiki/Ged%C3%A4chtnis (2005-10-28)

Oswald, W. D. (1977). Gedächtnis. In Heinrich Rombach (Hrsg.), Wörterbuch der Pädagogik in drei Bänden (Erster Band S. 344-347). Freiburg (u.a.): Herder.

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