Psychologische Begriffsbestimmungen 2006

Intelligenz  

In Meyers großem Handlexikon wird unter dem Begriff Intelligenz Verständnis, Erkenntnis- Denkfähigkeit und Klugheit verstanden. (vgl. Meyers Lexikonredaktion, 1997, S. 407) 

Reker dagegen ordnet Intelligenz die Fähigkeiten des Abstakten Denkens und Schlussfolgerns, des Problemlösens und Wissenserwerbs zu. (vgl. Reker, S. 1) 

Robert Kail und James W. Pellegrino stellen fest, dass der Begriff Intelligenz in zwei verschiedenen Richtungen gebraucht wird. Einerseits sprechen sie von intelligenten Handlungen, andererseits von geistigen Prozessen. (vgl. Kail, Pellegrino, 1989, S. 11) 

Westhoff (1985) versteht Intelligenz „als Erkenntnisvermögen, als Urteilsfähigkeit, als das Erfassen von Möglichkeiten, aber auch als das Vermögen Zusammenhänge zu begreifen, Einsichten zu haben und geistige Auffassungskraft zu entwickeln.“ (Westhoff, 1985, S. 33f.) 

Wie unklar mit dem Begriff  der Intelligenz umgegangen wird, merkt man an der Definition von Boring (1923), der angibt, „daß Intelligenz das sei, was die Tests testen“ und die in der Literatur oftmals zitiert wird. (vgl. Boring, 1923, S. 35ff. zit. nach Funke, Vaterrodt-Plünnecke, 1998, S. 9f) 

Dies wird bei Süllwold & Hase (1970) weitergeführt, die unter Intelligenz die Gesamtheit der Faktoren verstehen, „welche das Lösen der in einem gebräuchlichen Intelligenztest zusammengestellten Aufgaben ermöglichen. (vgl. Süllwold, Haase, 1970, S. 148 zit.nach Hussy, 1984, S. 245) 

Friedhart Klix (1987) fasst den Begriff Intelligenz mit der „Befähigung zur Lösung von Problemen unter rationellem Einsatz von Denkmitteln“ zusammen. (vgl. Klix, 1987, S. 22) 

Zusammenfassend ergibt sich für mich ein sehr diffuses Begriffsgebilde von Intelligenz. Oftmals genannt wird die Fähigkeit des Problemlösens und des Denkens. Weiters spielen aber auch Intelligenztests eine wichtige Rolle, deren Ergebnis als Intelligenz verstanden wird. Eine exakte Definition wird sich auch in Zukunft schwer finden lassen und ich glaube dies ist auch besser so. Würde dies der Fall sein, könnte ein allgemein anerkanntes Messinstrument gefunden und in vielen Bereichen diskriminierend eingesetzt werden.

Verwendete Literatur

Funke, J., Vaterrodt-Plünnecke, B. (1998). Was ist Intelligenz?. München: Beck.

Hussy, W. (1984). Denkpsychologie. Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz: Kohlhammer.

Kail, R., Pellegrino, J. W. (1989). Menschliche Intelligenz. 2. Auflage. Heidelberg: Spektrum.

Klix, F. (1987). Über Emotion und Kognition in evolutionsgeschichtlicher Betrachtung und aktualgenetischer Prüfung. In: Roth, E. (Hrsg.), Denken und Fühlen. Heidelberg: Springer.

Meyers Lexikonredaktion (Hrsg.) (1997): Meyers großes Handlexikon. Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Meyers Lexikonverlag.

Reke, S.: Intelligenz und kognitive Entwicklung. Online im Internet: WWW: http://www. uni-mainz.de/FB/Philologie-II/av-sprachwiss/phonetik/kognition/docs/Reker01.pdf (29 – 03 – 2006).

Westhoff, H. (1985). Was heisst Intelligenz?. In: Strombach, W. (Hrsg.), u.a.. Der Intelligenzbegriff in den verschiedenen Wissenschaften. Wien,München: R.Oldenbourg.


Siehe auch das
Lexikon für Psychologie und Pädagogik

Zu weiteren psychologischen Begriffen

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„Intelligenz (lat. einsehen, verstehen)

„Einsichtsfähigkeit“, die besondere individuelle Leistungsdisposition auf dem Gebiete des Verstandeslebens, z.B. In Hinsicht auf die Erfassung von Bedeutungen und Beziehungen“(…) „Art und Grad der Intelligenz sind abhängig von  der Fassungskraft (Tiefe, Werte, Abstraktionskraft) dem Intelligenz-Temperament (Sprechbarkeit, Eigenständigkeit, Tempo und Nachhaltigkeit des Denkens) und schließlich von der Gesamtheit der Antriebs -und Willensanlagen des Menschen.“(Wörterbuch der Pädagogik 1967, S. 259)…

„Intelligenz(lat. Intelligentia, geistige Fertigkeit, Klugheit)

Nach D. Wechsler die zusammengesetzte oder globale Fähigkeit des Individuums zweckvoll zu handeln, vernünftig zu denken und sich mit seiner Umgebung wirkungsvoll auseinanderzusetzen.“

„“In engerer Bedeutung der Denkfähigkeit, die sich im Herstellen, Erfassen und Deuten von Sinnzusammenhängen ( A. Wenzel) und in der Sicherheit gegenüber neuartigen Situationen

 ( W. Stern ) ausweist.““( Lexikon der Schulpädagogik 1974, S. 254)…

„Intelligenz(lat. Intelligentia, Einsicht, Verständnis )

Relativ stabiles Persönlichkeitsmerkmal, dessen Ausmaß und Ausprägung sich daran erkennen lässt, wie ein Individuum die in einer Kultur wichtig erachteten Leistungen und neuartigen Anforderungen beantwortet.“(Lexikon zur Pädagogischen Psychologie und Schulpädagogik 1980, S. 103)…

„Intelligenz(…)Fähigkeit anschaulich oder abstrakt in sprachlichen, numerischen und raum-zeitlichen Beziehungen zu denken; sie ermöglichen erfolgreiche Bewältigung vieler komplexer und mit Hilfe jeweils besonderer Fähigkeitsgruppen auch spezifische Situationen und Aufgaben“ (Lexikon der Pädagogik 1970, S. 301)…

„Intelligenz(lat. intelligere = einsehen, verstehen)“

„“Intelligenz ist die Fähigkeit, Probleme zu lösen, sich an neue Situationen anzupassen, abstrakte Vorstellungen, Ideen und Begriffe zu entwickeln und von Erfahrung zu profitieren.“ „ (Atkins 1971)

„Intelligenz meint jedoch nicht nur intellektuelle Leistungsfähigkeit, sondern auch eine Reihe von psychischen Verhaltensweisen wie Neugier, Konzentrationsfähigkeit, usw.“

(http://www.bleibergquellenkolleg.de/projekt/kol/pfeiffer.html)...

„Intelligenz (lat.: Intelligentia = "Einsicht, Erkenntnisvermögen", intellegere = "verstehen") bezeichnet im weitesten Sinne die Fähigkeit zum Erkennen von Zusammenhängen und zum Finden von optimalen Problemlösungen.“ (…)“Intelligenz ist, vereinfacht ausgedrückt, die Fähigkeit, Probleme und Aufgaben effektiv und schnell zu lösen und sich in ungewohnten Situationen zurecht zu finden.“ (…) “Andere Forscher wiederum befürworten eine ganze Palette voneinander relativ unabhängiger Intelligenzen wie verbales Verständnis, räumliches Vorstellungsvermögen, Gedächtnis und Zahlenverständnis. Der amerikanische Psychologe Howard Gardner bezieht in seiner Theorie der "Multiplen Intelligenzen" (MI) sogar Bewegungsintelligenz (Tänzer), musikalische Intelligenz (Musiker, Komponisten) oder naturalistische Intelligenz (Naturforscher) mit ein.“(…)

„In der Psychologie ist Intelligenz ein Sammelbegriff für die kognitiven Fähigkeiten des Menschen, also die Fähigkeit, zu verstehen, zu abstrahieren und Probleme zu lösen, Wissen anzuwenden und Sprache zu verwenden.“(…)

„Im alltäglichen Sprachgebrauch werden häufig Begriffe wie Denkvermögen, Auffassungsgabe, Rationalität, Logik, Urteilsvermögen und Kreativität verwendet, um die geistigen Fähigkeiten des Menschen zu kennzeichnen.“

(http://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenz)...

Intelligenz = (…)“psychische Anpassung an neue Umstände und Bedingungen.“(Claparede, Psychologie der Intelligenz 1992, S. 12)

Intelligenz = (…)“erst bei den Prozessen, die ein plötzliches Verstehen implizieren ( Aha-Erlebnisse ).“(Buhler, Psychologie der Intelligenz 1992, S. 13)

Intelligenz = (…)“die Fähigkeit Relationen und Korrelationen herzustellen“ (Spearman, Vererbung Intelligenz und Erziehung 1975, S. 71)… 

Intelligenz  = (…)“die Fähigkeit zu verbinden und zu trennen“(Thomas von Aquin, Vererbung Intelligenz und Erziehung 1975, S. 71)…

Zusammenfassend bedeutet das Wort „Intelligenz“ (lat. „Intelligentia“ bzw. „intelligere“ = Einsicht, Klugheit, bzw., einsehen, verstehen) das Erkennen von Zusammenhängen, das Finden von Problemlösungen und neue Aufgabenstellungen lösen zu können. 

Herausragend ist für mich, dass Atkins als Einziger darauf eingeht, dass Intelligenz auch etwas damit zutun hat, von dem Wissen das man sich in der Vergangenheit aneignen konnte, in Bezug auf eine neue Problemlösung, profitieren zu können.

(vgl. http://www.bleibergquellenkolleg.de/projekt/kol/pfeiffer.html

Im Vergleich zu den anderen Lexika und Lehrbüchern wird nur im „Wikipedia“ darauf hingewiesen, dass es verschiedene Intelligenzen gibt, unter anderen die musikalische –und/oder naturalistische Intelligenz. 

(vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenz

Weiters finde ich wichtig, dass darauf hingewiesen wird, dass Intelligenz mit den unterschiedlichen Anforderungen der Kulturen zusammenhängt.

(vgl. Lexikon zur Pädagogischen Psychologie und Schulpädagogik 1980, S. 103)

Verwendete Literatur

Brunner, R. , Zeltner, W. (1980). Lexikon zu Pädagogischen Psychologie und Schulpädagogik (S. 103). München: Ernst Reinhardt, GmbH & Co.

Eysenck, H.J. (1975). Vererbung Intelligenz und Erziehung. Zur Kritik der pädagogischen „Milieutheorie“. (S. 71). Stuttgart-Degerloch: Seewald.

Hehlmann, W. (1967). Wörterbuch der Pädagogik. (S. 259). Stuttgart: Alfred Kroner.

Odenbach, K. (1974). Lexikon der Schulpädagogik. Begriffe von A-Z. (S. 254). Braunschweig: Georg Westermann.

Piaget, J. (1992). Psychologie der Intelligenz. (S. 12-13). Stuttgart: J. G. Cotta`sche Buchhandlung Nachfolger GmbH.

Rombach, H. (1970). Lexikon der Pädagogik. Neue Ausgabe. (S. 301). München-Wien: Herder KG Freiburg, im Breisgau.

Online im Internet: WWW: http://www.bleibergquellenkolleg.de/projekt/kol/pfeiffer.html (05-11-01)

Online im Internet: WWW: http://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenz ( 05-11-01).

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