Psychologische Begriffsbestimmungen 2006

Bernadette Maissner & N.N.

Konditionierung 

"Konditionierung: 1. im weiteren Sinne die Herstellung einer Beziehung zwischen zwei Ereignissen (Reiz und Reaktion bzw. Reaktion und Reiz), von denen das zweite die Konsequenz des ersten bildet. (à Konditionierung, operante). Nach festgelegten Regeln (à Verstärkungsplan) folgt auf das erste Ereignis (à Reaktion) das zweite Ereignis. 2. i. e. S. (bei der klassischen Konditionierung) die Herstellung einer neuen Beziehung zwischen einem à Reiz und einem à Reflex. Der bisher neutrale Reiz erwirbt durch K. die Eigenschaft, den Reflex auszulösen."

(vgl. Brunner & Zeltner, 1980, S. 118)

"Konditionierung: Allgemein die Bezeichnung für die Verknüpfung eines bestimmten à Reizes mit einer à Reaktion. K. spielt als Erklärungsprinzip in der Lerntheorie eine bedeutsame Rolle." (Grüner, Georg & Kahl, 1982, S. 127)

"Konditionieren heißt durch planmäßige Manipulation von Umweltbedingungen bestimmte Lerneffekte zu erzeugen. Der Ausdruck wird in der Regel nur im Hinblick auf das Lernen im Tierlaboratorium verwendet." (Horney, Ruppert, Schultze, 1970, S. 88)

"Konditionierung [lat.], die Anpassung von Lebensmitteln, Werkstoffen u. a. an besondere Bedingungen, deren Einhaltung vor einer Weiterverarbeitung oder einem Prüfverfahren erforderlich sind, z. B. durch das Auslegen der Proben im Normklima (65 % relative Luftfeuchtigkeit bei 20°C) zwecks Erzielung des Feuchtigkeitsgleichgewichts." (Gudemann, 1991, S. 50)

"Klassische Konditionierung: Lernen, daß einem Reiz ein anderer folgen wird, z.B. dem Piepen des Rechners folgt eine Fehlermeldung. Zweck der Konditionierung ist es, frühzeitig Vorbereitungen für den zweiten Reiz treffen zu können.
Operative Konditionierung: Lernen, daß einer Aktion eine Konsequenz folgt, z.B. dem Aufdrehen des Wasserhahns folgt das Fließen des Wassers. Dieses Lernen ist die Basis gezielter nichtinstinktiver Handlungen." (Stangl, 1997)

Eigene Definition: 

Konditionierung: In der Pädagogik unterscheidet man klassische und operative Konditionierung. Man soll lernen, dass einem Reiz ein anderer folgen wird oder dass einer Aktion eine Konsequenz folgt. Im Allgemeinen bedeutet Konditionierung, dass man Lebensmittel, Werkstoffe u. a. an besondere Bedingungen anpassen muss, um eine Weiterverarbeitung möglich zu machen. 

Verwendete Literatur

Brunner, R. & Zeltner W. (1980). Lexikon zur Pädagogischen Psychologie und Schulpädagogik. Entwicklungspsychologie, Lehr- und Lernpsychologie, Unterrichtspsychologie, Erziehungspsychologie, Methoden der Pädagogischen Psychologie, Methodik, Didaktik, Curriculumtheorie. München, Basel: Reinhardt, E.

Grüner, G., Georg, W. & Kahl, O. (1982) Kleines Berufspädagogisches Lexikon. Bielefeld: Bertelsmann

Gudemann, W.-E. ( 1991). Bertelsmann Universal Lexikon. Gütersloh: Verlagsgruppe Bertelsmann GmbH/Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH

Horney, W., Ruppert, J. P. & Schultze, W. (1970). Pädagogisches Lexikon. Gütersloh: Bertelsmann

Stangl, W. (1997). Werner Stangls Arbeitsblätter. Grundformen des Lernens. WWW:

http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/INTERNET/
ARBEITSBLAETTERORD/LERNTECHNIKORD/Lernen.html


Siehe auch das
Lexikon für Psychologie und Pädagogik

Zu weiteren psychologischen Begriffen

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Konditionierung definiert man in der Psychologie als das Erlernen von Reiz-Reaktions-Mustern (Stimulus-Response). Ein bestimmten Reiz löst beim Organismus eine bestimmte Reaktion aus. Man kann zwei Grundtypen der Konditionierung unterscheiden: Klassische Konditionierung und Operante Konditionierung (http://de.wikipedia.org/wiki/Konditionierung)

Definition für das Erlernen eines bestimmten Reiz-Reaktions-Musters (s. Muster): Auf einen bestimmten Reiz (Stimulus) gibt es eine entsprechende Reaktion (Response) (s. S-R-Theorie). Es werden zwei Arten der Konditionierung unterschieden: die klassische und die Operante Konditionierung (http://www.sign-lang.uni-hamburg.de/Projekte/PLex/PLex/lemmata/K-Lemma/Konditio.htm).

„Konditionierung wird als die Herstellung bzw. das Entstehen einer bedingten Reaktion empfunden (Dorsch, 1976, S. 308).“

Bedingen, Konditionieren. Experimentelles Verhalten bzw. lebenswichtige Erkenntnisse, die dazu führen, dass eine umschriebene Reaktion oder ein Verhalten zu bestimmten Bedingungen im Bezug steht und deshalb mit großer Wahrscheinlichkeit durch diese Bedingung erneut ausgelöst werden kann. Unter klassischer Konditionierung wird die Selektion von Reizen verstanden, deren Signalbedeutung erlernt wird und die dadurch nach erfolgter Konditionierung Reaktionen auslöst, die ursprünglich nur durch natürliche Reize hervorgerufen werden konnten. Operante oder instrumentelle Konditionierung definiert die Auswahl von Reaktionen oder von Verhalten im Bezug auf Auswirkungen auf die Umwelt (vgl. Zeier, 1977, S. 1007).

In der klassischen Lerntheorie wird ein einfaches Grundmodell für das menschliche Lernen bzw. für menschliches Verhalten eingesetzt. Es basiert darauf, dass Menschen im Laufe ihres Lebens, eine bestimmte Reizsituation (S = Stimulus) mit einer bestimmten Reaktion (R = Response) beantworten. Dieses sogenannte S-R-Modell wird zur Analyse von Lernsituationen verwendet. Wenn ein bestimmter Signalreiz in einem eindeutigen Bezug zur Auslösung eines Reflexes steht, bezeichnet man dieses Lernen als klassisches Konditionieren. Der Mensch lernt aber, und weiß wann er welches Verhalten einsetzen muss/kann. Wenn der Mensch in bestimmten Situationen solche Verhaltensweisen zeigt, die zu einem Erfolg führen, bezeichnet man das als operantes Konditionieren (vgl. Angermeier, 1991, S. 13)

Zusammenfassende Definition:

Konditionieren/ung ist das Aufbauen, Entstehen einer Reaktion und definiert sich über das S-R-Modell (S=Stimulus) Reiz, (R=Response) Reaktion. Bestimmte Reize lösen bei den Menschen bestimmte Reaktionen aus. Es gibt die klassische und die Operante Konditionierung. Stehen Reiz und Reaktion in direktem Bezug zueinander, spricht man von der klassischen Konditionierung. Zeigt der Mensch aber bewusst auf einen Reiz, eine andere Reaktion (Erfolg ausgerichtet) als gewöhnlich, spricht man von operanter Konditionierung.

Verwendete Literatur

Angermeier, W. F./Bednorz, P/Schuster, M. (1991): Lernpsychologie, 2. Auflage. Ernst Reinhardt Verlag: München Basel.

Dorsch (1976): Psychologisches Wörterbuch, 9. Auflage. Verlag Hans Huber: Bern Stuttgart Wien.

Online im Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Konditionierung (2005-10-29)

Online im Internet: http://www.sign-lang.uni-hamburg.de/Projekte/PLex/PLex/lemmata/K-Lemma/Konditio.htm (2005-10-29)

Zeier, Hans (1977): Die Psychologie des 20. Jahrhunderts, Band IV. Verlag Kindler.

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