Psychologische Begriffsbestimmungen 2006

Monika Sinnegger

Prävention

1) Vorbeugung, Verhütung

2) Medizin: Gesamtheit der Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge. Sie gehören als Früherkennungsuntersuchungen zum Leistungskatalog der Krankenversicherung; Maßnahme der Präventivmedizin

3) Strafrecht: Vorbeugung gegen künftige Delikte. Nach den vorherrschenden Straftheorien wird der maßgebliche Zweck von Strafen gegen kriminelles Unrecht neben der (heute vielfach abgelehnten) Vergeltung in der Prävention gesehen. Man unterscheidet zwischen der Generalprävention, der Spezialprävention, der negativen und der positiven Generalprävention (F. A. Brockhaus 1996, S. 450).

Drei Präventionsansätze:

Die primäre Prävention zielt darauf ab, das Auftreten von psychischen Störungen und Gesundheitsgefährdungen zu verhindern. Die sekundäre Prävention bemüht sich darum, schon aufgetretene Konsequenzen zu verhindern. Die tertiäre Prävention (Rehabilitation) hat das Ziel, auf bereits eingetretene Schädigungen einzuwirken. PREP „Prevention and Relationship Enhancement Programm“ oder auch EPL „Ein Partnerschaftliches Lernprogramm“ sind Organisationen, die vor allem Kommunikationswerkzeuge für eine konstruktive Konfliktlösung anbieten. EPL-Paare sind zB im Gegensatz zu einer Kontrollgruppe deutlicher seltener geschieden worden oder haben eine höhere subjektive Ehequalität (Oerter Rolf, Montada Leo 2002, S. 125, 715, 716).

das Zuvorkommen; im strafrechl. Sinne „Vorbeugung“. Generalprävention: Abschreckung aller möglichen Verbrecher durch Strafandrohung. Spezialprävention: Schutz der Ges. vor einem bestimmten Verbrecher durch Bestrafung, durch erzieher. oder Sicherungsmaßnahmen (Fischer Taschenbuch 1979, S. 4808).

Als Prävention bezeichnet man eine Handlung, die einer Gefahr vorbeugen soll.

Der Begriff wird verwendet in:

Der Begriff "Prävention" wird in vielen gesellschaftlichen Bereichen verwendet. Die Medizin spricht von Vorbeugen (primärer Prävention), Früherkennung (sekundäre Prävention) und Verhinderung der Verschlimmerung bereits bestehender Erkrankungen (tertiäre Prävention). Im Juristischen hat der Begriff die Bedeutung der "Vorbeugung gegen künftige Delikte" - die Bevölkerung soll "über Maßnahmen der Kriminalitätsverhütung technisch und verhaltensorientiert beraten" werden mit dem Ziel "Straftaten zu verhindern". In der Sozialarbeit wird unter Prävention die Vorbeugung und Verhütung gegen allgemein unerwünschte Verhaltensweisen, Ereignisse, Vorgänge und Folgen verstanden. Im Feld der Maßnahmen gegen sexuellen Missbrauch wird - sehr weitgehend - unter Prävention auch die Erweiterung der Handlungskompetenz gesehen. (2oA 2005)

In den einzelnen Nachschlagewerken überschneiden sich die Begriffe sehr deutlich. Es wird immer von „Vorbeugung“ als Synonym Gebrauch gemacht. Weiters ist anzumerken, dass die allgemeine Definition immer sehr kurz gehalten ist, dafür auf Prävention im Bereich der Medizin, der Kriminologie und Empfängnisverhütung näher eingegangen wird. Es wird auch bei fast allen Definitionen darauf hingewiesen, dass es eine primäre, sekundäre und tertiäre Prävention bzw. eine General- und Spezialprävention gibt.

Zusammenfassende Definition:

Prävention bedeutet Vorbeugung bzw. Verhütung. Dieser Begriff wird häufig in der Medizin (Krankheitsvorbeugung), der Kriminologie (Vorbeugung von Straftaten) und der Erziehungs- bzw. Sozialpolitik verwendet. Man unterscheidet eine General- (allgemeine Vorbeugung) und eine Spezialprävention (den einzelnen Menschen betreffende Vorbeugung). Es wird ebenfalls zwischen einer primären (tatsächliche Vorbeugung), sekundären (Verminderung der Konsequenzen) und einer tertiären Prävention (Rehabilitation) unterschieden.

Verwendete Literatur

F.A. Brockhaus. (1996). Brockhaus Die Enzyklopädie. Leipzig, Mannheim: Begriff Prävention S. 450

Oerter Rolf, Montada Leo. (5. Auflage, 2002). Entwicklungspsychologie. Weinheim, Basel, Berlin: Beltz Verlage. S. 125, 715, 716.

Fischer Taschenbuch. (1979). Fischer Taschenbuch Verlag GmbH. Frankfurt am Main: Begriff Prävention S. 4808

Wikipedia Die freie Enzyklopädie (2005). Prävention.

Online im Internet: WWW: http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4vention, 23. Nov. 05

BC GmbH Forschungs- und Beratungsgesellschaft (2001). Der Begriff "Prävention".

Online im Internet: WWW: http://www.bc-research.de/forschung/praevention_1_1.htm, 23. Nov. 05


Siehe auch das
Lexikon für Psychologie und Pädagogik

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