Psychologische Begriffsbestimmungen 2006

N.N.

Rolle 

„Die Rolle (von mittelhochdeutsch rulle- kleines Rad) trägt in der deutschen Sprache sehr verschiedene  Bedeutungen.“

1.) Mechanische Rolle => a: Ein Rad, das weder angetrieben wird noch Drehmomente überträgt; b: „Eine mit einer Rille versehene Scheibe, über die ein Seil läuft, um den Lauf des Seiles oder den benötigten Kraftvektor umzulenken“; c:  “Eine konvex gewölbte Scheibe, die durch ihre „Mittenverdickung“ einen planen „Transmissionsriemen“ der darüber gelegt ist, kraftvektoriell hält, so dass keine Führungsmaßnahmen z.b. Stege, nötig werden.“; d: “Etwas walzenförmig Zusammengerolltes oder –gewickeltes (Garnrolle, Drahtrolle, Schriftrolle)“; e: “Eine Mangel“; f: “Den Anhänger eines Traktors“; g: “Im Bergbau eine senkrechte oder schräge, schachtartige Verbindung von einer höher gelegenen Strecke zu einer darruntergelegenen, durch die Material von oben nach unten geschüttet werden kann“

2.) Bewegung oder Bewegungsablauf => a: „Beim Turnen eine Übung oder einem Gerät, wo der Körper um die eigene Quer- oder Längsachse gedreht wird“; b: „Rollen ist auch ein Begriff aus der Schiff- und auch Luftfahrt der eine Bewegung um die Längsachse beschreibt“; c: „eine Kunstflugfigur aus dem Katalog von Aresti.“

3.) Die Bedeutung des Wort „Rolle“ in verschieden Bereichen=> a: “Die von einem Schauspieler zu verkörpernde Figur“, b: “In der Soziologie und den Sozialwissenschaften die gebündelten Erwartungen an eine Person in einem System (z.b. der Gesellschaft, der Familie, dem Unternehmen)“; c: „In der Pädagogik und Psychiatrie ist das Rollenspiel eine therapeutische Methode“; d: „In der Informatik die Berechtigung und die Eigenschaften des Benutzers einer Software (userrole)“;

4.) Weiteres => a: „In Deutschland den Gewerbeschein für Handwerker“; b: „Das Verb rollen als Aussprachebeschreibung für das Phonem des gerollten Rs“; c: „Umgangssprachlich von der Rolle sein, im Sinne von die Konzentration verloren haben....“; d: „Trainingsgerät im Radsport“

5.) Berühmte Personen mit dem Namen Rolle =>  „Johann Heinrich Rolle Komponist“ und „Michael Rolle Mathematiker“
6.) Orte => a: „Rolle VD, eine kleine Stadt im Schweizer Kanton Waadt“; b: „Rolle (Bezirk), Rolle (Kreis) Verwaltungseinheiten deren Hauptort Rolle ist“
(Grudszus, 2005, wikipedia)

„Eng mit Statusdifferenzierung verbunden ist ein weiteres Strukturmerkmal, die Rollendifferenzierung „Rolle“ kann definiert werden als ein Bündel von Verhaltenserwartungen, die von anderen an einen Positions- Statusinhaber herangetragen werden. Diese Verhaltenserwartungen stellen generelle, d.h. vom Einzelnen prinzipiell unabhängige Verhaltensvorschriften dar, die eine gewisse Verbindlichkeit für sich beanspruchen.
Obschon zu jeder Position oder zu jedem Status (mindestens) eine Rolle gehört, ist doch zwischen diesen zu trennen. Erste bezeichnen – mehr formal- Stellen (Orte) im Gefüge sozialer Interaktionen. Die von Personen innegehabt, erworben und verloren werden können, während die Rolle angibt, wie sich sie jeweiligen Inhaber einer Position verhalten sollen. Die Rolle stellt ein Komplex zusammenhängender Verhaltesweisen dar, die in genereller Form erwartet werden. Scheinbar unzusammenhängendes wird dadurch ein Rollenbild verknüpft (der Sprachstil, die Kleidung, die Emotionalität usw.)

Rollenverhalten wird in unterschiedlich striktem Maße erwartet und Abweichungen entsprechend unterschiedlich sanktioniert. Mann kann in Muss- Soll und Kann Erwartungen unterscheiden.“ (Steinmann & Schreyögg, 2000, S. 544)

Das erlernen einer Berufsrolle ist eng mit der sozialen Rolle verbunden. Vermutlich lässt sich dieses Modell auch auf das Erlernen einer Berufsrolle zu übertragen. Es wird ja schon lange angenommen, dass die häufige Ausführung professioneller Verhaltensweisen im Laufe der Zeit die entsprechenden Mentalität produziert und dass der Beruf eines Menschen oft seinen Persönlichkeitstyp mitprägt“ (vgl. Waller, 1967, S.375 ff.)

„Kulturelle Rollen wirken alltags als „Selbstverständlichkeiten“ und werden oft erst durch Stiftung von Religionen oder durch die Herausbildung politischer Bewegungen in scharfen sozialen Konflikten bewusst und disponibel. Do wurden zum Beispiel in der Spätantike durch das Christentum die Sklaven zu „Menschen“ aufgewertet, denn auch für die Erlösung von deren Seelen war Jesus gekreuzigt worden. Durch die Frauenbewegung sind die als „weiblichen“ oder „männlichen“ charakterisierten kulturellen Rollen nachhaltig erschüttert und differenziert abwandelbar geworden.
(ohne Autor, wisotoday.de)

Eine genau Definition des Wortes Rolle, hinsichtlich unseres Fachgebiete, könnte sein „Eine Rolle ist eine definierte, temporäre und auf ein Einzelobjekt bezogene Aufgabenstellung innerhalb einer Stelle“ mit dem Zweck „ ...., dass Einzelaufgaben die unabhängig von einer Stelle sind und immer wieder auftreten, definiert, benamt und abgegrenzt sind“ (Leonhard & Naumann, 2002)

Verwendete Literatur

1: Grudszus A. (2005). Rolle aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Online im Internet WWW: http.//de.wikipedia.org/wiki/Rolle (05- 10- 31)

2: Leonhard K.W, Naumann P., ‚(2002), „Managementsysteme- Begriffe/ Ihr Weg zu klarer Kommunikation“
Online im Internet WWW: http.//www. dmsbasics.de (05- 10- 31)

3: Ohne Autor. Soziale Rolle aus wisotoday.de
Online im Internet WWW: http.//wisotoday.de/Soziale_Rolle#Kulturelle_Rollen (05- 10- 31)

4: Steinmann H., Schreyögg G. (2000). Management. Grundlagen der Unternehmensführung. Konzepte- Funktionen- Fallstudien. Wiesbaden: Gabler

5: Waller W. (1967). The Sociology of Teaching 3. New York: John Wiley& Sons.


Siehe auch das
Lexikon für Psychologie und Pädagogik

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