Psychologische Begriffsbestimmungen 2006

 

Selbsterfahrung

Der Begriff Selbsterfahrung kann im therapeutischen und nicht-therapeutischen Sinne verwendet werden. Im therapeutischen Sinne ist die Selbsterfahrung ein Bestandteil der Therapeutenausbildung. Im Zuge der Ausbildung sollten die angehenden Therapeuten durch Selbsterfahrung einen besseren Zugang zu ihren Klienten und deren Gefühlswelt bekommen. Im nicht-therapeutischen Sinne wird in so genannten Selbsterfahrungsgruppen ein Bewusstwerden der eigenen Verhaltensmuster ermöglicht. (vgl. Selbsterfahrung., online im Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Selbsterfahrung, (06-10-27)).

„Selbsterfahrung ist ein Vorgang, in dem ein Mensch seine soziale Identität feststellt“ (Schuch, H.W., 1977, S.193ff.). Im Zuge der Selbsterfahrung sollte der Betroffene vor allem etwas über sich selbst lernen, zum Beispiel welche Verhaltensmuster er in bestimmten Situationen an den Tag legt.

Um erfolgreich Selbsterfahrung zu betreiben ist es ratsam, Selbsterfahrungsgruppen zu besuchen. Hier werden von einem Trainer bestimmte Situationen vorgegeben und so kann beobachtet werden, wie jemand in welcher Situation reagiert. Ziel der Übung sollte sein, sich in Zukunft selber besser einschätzen zu können und vieles eventuell besser zu machen als zuvor. (vgl. Schuch, H.W., 1977, S.193ff.)

Therapeuten betreiben bei ihrer Ausbildung Selbsterfahrung, um sich später besser in ihre Klienten hineinversetzen zu können. Um jemanden erfolgreich in einer Therapie zu helfen ist es oft notwendig, selbst Erfahrung mit solchen Situationen zu haben. (vgl. G. Clauß, 1976, S. 470)

Verwendete Literatur

In: Meyers Enzyklopädisches Lexikon(S.544), Mannheim: Lexikonverlag

In: Psychologie(S.470), Hrsg. Günter Clauß, Köln: Pahl-Rugenstein Verlag

In: Schuch H.W., Hrsg. Ralf Schwarzer, Beraterlexikon: ein praktisches Nachschlagewerk für Erziehung und Unterricht (S.193ff).München: Kösel Verlag

Selbsterfahrung. Online im Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Selbsterfahrung, (06-10-27)

In: Wörterbuch zur Psychologie(S.438), Hrsg. Wolf-Eckhard Gudemann. Gütersloh: Bertelsmann Lexikon Verlag


Siehe auch das
Lexikon für Psychologie und Pädagogik

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