Psychologische Begriffsbestimmungen 2006

 Marlene Maier

Semantik

Quelle 1: In diesem Lexikon kann man die Herkunft des Begriffs und dessen Bedeutung nachlesen: „1. Lehre von der Bedeutung von Zeichensystemen im Hinblick auf das durch die Zeichen Gemeinte [vom griechischen Wort semantikos = bezeichnend, bedeutend; semainein = Zeichen geben, zeigen; sema = Zeichen]  
2. Lehre von der Bedeutung sprachlicher Zeichen (Wörter, Vor- und Nachsilben u.a.) und der Benennung von Begriffen“ (Wahrig-Burfeind 2001, S. 851).

Quelle 2: In Quelle 2 findet man eine umgänglichere Erklärung und ein Bespiel, in dem der Begriff verwendet wird. Wieder wird ersichtlich, dass der Begriff zwei Bedeutungen hat: „1. In der Sprachwissenschaft eine Forschungsrichtung, die sich mit der Bedeutung der Zeichen (Sprachelemente) befasst.

2. auch salopp: Wortwahl, Wortgebrauch (im Hinblick auf die darin enthaltene Bedeutung), wie z. B. "grobschlächtige Semantik" als Bezeichnung für eine (nach Ansicht der urteilenden Person) undifferenzierte oder rabulistische Ausdrucksweise“ (Ludwig-Mayerhofer 1999).

Quelle 3: Dieser Autor erklärt, dass Semantik nicht nur die Zeichen selbst sind, sondern „die Untersuchung von Beziehungen zwischen den Zeichen, die im Text vorkommen und den Objekten, die sie bezeichnen“ (Atteslander 1984, S. 65).

Quelle 4: Da dieses Buch Marketing als Grundlage hat, wird die Semantik im Zusammenhang mit Kommunikationsprozessen gesehen. Wiederum spielen Zeichen, die verwendet werden, eine bedeutende Rolle. Dieser Autor bezeichnet „die Zuordnung der Bedeutung als Semantik“ (Scheuch 1993, S. 422).

Quelle 5: Diese Quelle bietet eine Erklärung aus dem Bereich der Wahrnehmung. „Die Bedeutungshaltigkeit nennt man Semantik. Semantik heißt übrigens auch die Wissenschaft von den Bedeutungen“ (Schönpflug & Schönpflug 1983, S. 95).

Quelle 6: Der Autor geht prinzipiell davon aus, dass Semantik Zeichenkombinationen sind, er unterscheidet aber Ausdrücke mit unterschiedlichen Bedeutungen, sowie natürliche, künstliche und Computersprachen. (vgl. Brekle 1972, S. 14 ff). 

Zusammenfassende Definition: Unter Semantik versteht man nicht nur aneinander gereihte Zeichen, sondern viel mehr deren Kombinationen und in weiterer Folge deren Bedeutungen. Diese kann unterschiedlich ausgelegt werden in den Bereichen verbaler Kommunikation, Schriftsprache, usw. Semantik ist somit die Lehre von der Bedeutung der Zeichen und vor allem deren unterschiedliche Anwendung bzw. im Zusammenhang mit dem jeweiligen Anwendungsbereich.

Verwendete Literatur

Wahrig-Burfeind, R. (2001). Wahrig Fremdwörterlexikon.
München: Deutscher Taschenbuch Verlag.

Ludwig-Mayerhofer, W. (1999). Internet-Lexikon der Methoden der empirischen Sozialforschung.  Online im Internet: http://www.lrz-muenchen.de/~wlm/ein_voll.htm (dl: 24.10.2006)

Atteslander, P. (1984). Methoden der empirischen Sozialforschung.
Berlin: Walter de Gruyter & Co.

Scheuch, F. (1993). Marketing 4.Auflage. München: Verlag Vahlen.

Schönpflug, W. & Schönpflug, U. (1983). Psychologie. München: Urban & Schwarzenberg.

Brekle, H. (1972). Semantik. München: Wilhelm Fink Verlag.


Siehe auch das
Lexikon für Psychologie und Pädagogik

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