Präsentationen 2008

Essstörungen – Ein Versuch, der Leere im Inneren zu entrinnen

Definition Essstörungen

Essstörungen sind psychische Störungen, deren Kern im gestörten Selbstwertgefühl, im niedrigen Selbstvertrauen oder in Störungen der eigenen Identität liegt (vgl. o. A. 2008). Essstörungen stellen den Versuch dar, die Nahrungsaufnahme und damit den eigenen Körper zu manipulieren. Vordergründiges Ziel der Betroffenen ist die Gewichtsabnahme bzw. -kontrolle. Unbewusst wird dabei versucht, innere Konflikte, hoffnungslos erscheinende Schwierigkeiten und Stress zu bewältigen. Früher galten Essstörungen als ausschließlich weibliche Erkrankungen. Obwohl auch heute noch großteils Mädchen und Frauen von Erkrankungen dieser Art betroffen sind, findet man immer häufiger Ausprägungen von Essstörungen auch bei Männern vor. Studien belegen, dass das Verhältnis erkrankter Männer zu Frauen in etwa 1:9 beträgt, wobei die Tendenz stark steigend ist (vgl. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 2008).

Arten von Essstörungen

Magersucht / Anorexie
Magersüchtige sind bestrebt, Hunger zu unterdrücken und deshalb beherrscht das Thema Nahrung all ihre Gedanken. Die Betroffenen haben meist eine gestörte Selbstwahrnehmung, wodurch sie selbst wenn sie nur noch aus „Haut und Knochen“ bestehen, eine Furcht davor haben, dick zu sein bzw. werden. Typische Alarmsignale für dieses Krankheitsbild wären ein großer Gewichtsverlust in kurzer Zeit, häufiges Abwiegen, übertriebene sportliche Aktivitäten, Leugnung von Hunger und dergleichen (vgl. o. A. 2008).

Ess-Brech-Sucht / Bulimie
Das Krankheitsbild der Bulimie ist gekennzeichnet durch extreme Essanfälle und danach selbst herbeigeführtes Erbrechen bzw. Missbrauch von Abführmitteln und Medikamenten. Diese Erkrankung tritt bedeutend häufiger auf  als Magersucht. Bei einem derartigen Essanfall werden bis zu 30.000 Kalorien zu sich genommen, wobei der Tagesbedarf eines Erwachsenen in etwa bei 2.500 Kalorien liegt. Erscheinungen, die auf Bulimie hinweisen, sind beispielsweise extreme Stimmungsschwankungen, häufige Gewichtsschwankungen, Zahnschmerzen (Verfall der Zähne), Sodbrennen durch Säureschäden der Speiseröhre und vieles mehr. Andererseits können aber auch Verhaltensweisen wie beispielsweise andere bekochen, aber selbst nichts essen auf bulimische Erkrankungen hinweisen  (vgl. o. A. 2008).

Binge-Eating-Disorder
Charakteristisch für diese Essstörung sind regelmäßige Essattacken die erst beendet werden, wenn keine Nahrungsaufnahme mehr möglich ist, wobei nach der Essensaufnahme nicht erbrochen wird. Auslöser dafür sind meist Ärger, Frustration oder Langeweile. Nach den Essanfällen treten depressive Phasen und Schuldgefühle auf. Hinweise für die Binge-Eating-Disorder sind, dass Betroffene meist allein und besonders schnell essen bzw. dass große Mengen auch ohne Hunger zu sich genommen werden (vgl. o. A. 2008). Generell sind in etwa 2% der Bevölkerung von dieser Essstörung betroffen, wobei der Anteil der Männer bei 35% liegt (vgl. Stangl o. J.).

Latente Esssucht
An latenter Esssucht erkrankte Menschen wechseln häufig zwischen Diäten und zu viel Essen. Die Betroffenen, meist Frauen, sind normal- oder leicht übergewichtig, halten sich aber für viel zu dick. Sie messen ständig ihr Körpergewicht und haben innerhalb kurzer Zeit große Gewichtsschwankungen, wobei der sogenannte Jojo-Effekt häufig auftritt. Typische Anzeichen sind übermäßig schnelles Essen, Schuldgefühle und Ekel nach dem Essen oder heimliches Essen (vgl. Medhost 2007).

Body-Mass-Index (BMI)

Der Body-Mass-Index (BMI) ist zur Zeit die einfachste und auch in der Wissenschaft gebräuchlichste Methode zur Berechnung des (Normal)gewichts von Erwachsenen. Beachtet werden sollte allerdings, dass der BMI nicht für Leistungssportler, Menschen mit Prothesen, Bodybuilder, Schwangere oder stillende Mütter gilt. Die Formel zur Berechnung des BMI lautet folgendermaßen (vgl. o. A. 2002):

BMI= Körpergewicht in kg : Körpergröße * Körpergröße (in m)

Der BMI ist genau genommen abhängig vom Geschlecht und Alter einer Person, im Groben wird hier jedoch bloß zwischen Frauen und Männern unterschieden (vgl. o. A. 2002):

Einteilung

Frauen

Männer

Extremes Untergewicht

unter 17,5

unter 18,0

Leichtes Untergewicht

unter 19,0

unter 20,0

Normalgewicht

19,0 bis 23,9

20,0 bis 24,9

Leichtes Übergewicht

24,0 bis 29,9

25 bis 29,9

Schweres Übergewicht

über 30,0

über 30,0

Prävention und Therapie

Um Essstörungen zu verhindern, bedarf es Maßnahmen seitens der Familie, der Schule und auch sich selbst. Generell kann man zwischen Aufklär- und Primärprävention unterscheiden. Unter Aufklärung versteht man die Informations- und Wissensvermittlung zu Thema, wohingegen Primärprävention die Vorbeugung im Sinn persönlicher Auseinandersetzung und Reifung meint (vgl. Waldhelm-Auer 2004). Ein wichtiger Teil der Prävention besteht im Ausschalten der Risikofaktoren, wie mangelndes Selbstwertgefühl, ständiges Unterdrücken aggressiver Impulse, wenig Anerkennung und Aufmerksamkeit, krankhafte Schönheitsideale, fehlende Essensrituale usw. In der Schule beispielsweise gibt es vielfältige, bisher noch wenig genutzte Möglichkeiten zur Prävention bei Jugendlichen. Möglichkeiten, Jugendliche vor Essstörungen zu schützen, bestehen beispielsweise darin, keine Werbeplakate mit „Magermodels“ anzubringen und kein zu fettiges Essen zu verkaufen. Weiters sollten auch die Lehrer auf das Thema Essstörungen sensibilisiert werden, um diese frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls eingreifen zu können (vgl. o. A. o. J.). Zur Bekämpfung von Essstörungen sollte jedoch auch professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden, wobei sich letztendlich vor allem eine Psychotherapie empfiehlt (vgl. Hasenöhrl 2000).

Verwendete Literatur

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2008). Essstörungen. Informationen für Betroffene, Angehörige, Fachleute und allgemein Interessierte. Online im Internet: WWW: http://www.bzga-essstoerungen.de/ (2008-05-27).
Medhost (2007). Latente Esssucht. Online im Internet: WWW: http://www.medhost.de/abnehmen/latente-esssucht.html (2008-05-27).
Hasenöhrl, N. (2000). Behandlungsmöglichkeiten. Online im Internet: WWW: http://www.netdoktor.at/thema/essstoerungen/behandlung.htm (2008-05-25).
Ohne Autor (2002). Essstörungen. Online im Internet: WWW: http://www.ess-stoerungen.at/ (2008-05-27).
Ohne Autor (2008). Essstörungen. Verheimlichte Zivilisationskrankheiten. Online im Internet: WWW: http://oe1.orf.at/38402.html (2008-05-27).
Ohne Autor (ohne Jahresangabe). Prävention von Essstörungen. Online im Internet: WWW: http://www.praevention.at/upload/products/EmpfehlungenEssstoerungen.pdf (2008-05-25).
Stangl, W. (ohne Jahresangabe). Essattacken, Binge-Eating-Disorder. Online im Internet: WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/SUCHT/BingeEatingDisorder.shtml (2008-05-25).
Waldhelm-Auer, B. (2004). Prävention von Essstörungen an Schulen. Handbuch für Lehrerinnen und Lehrer. Online im Internet: WWW: http://www.ffl.at/PDF/Auer.pdf  (2008-05-25).


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