Präsentationen 2006

Welche Lerntechniken verwenden Linzer-Studenten?

Theoretischer Input verbunden mit persönlichen Erfahrungen der Linzer-Studenten

Da die Behandlung aller Lerntechniken den Zeitrahmen sprengen würde, konzentrieren wir uns nur auf die nachfolgenden. Neben einem theoretischen Input versuchen wir die einzelnen Lerntechniken anhand von Beispielen zu erklären. Die Befragung soll verdeutlichen, wer welche Lerntechniken verwendet oder sich vorstellen könnte solche zu verwenden.

Bildhaftes Lernen:

„Texte werden häufig durch optisch anschauliche Eindrücke in Form von Bildern, Abbildungen, Grafiken und Zeichnungen bereichert. Sicher kennst du den Spruch „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!“ Die wesentliche Charakteristik von Bildern im Gegensatz zu Sprache oder Schrift ist ihre unmittelbare Anschaulichkeit (Totter & Mühlbacher, 2002, S. 24)“.

Man kann versuchen Abbildungen nachzuzeichnen. Man soll versuchen die Abbildungen wie einen Film vor sich laufen zu lassen. (vgl. Totter & Mühlbacher, 2002). Im Gehirn soll man versuchen, zu Namen oder Darstellungen sich Bilder zu merken. Das Lernen von Lernstoff der in Bilder oder Skizzen verpackt ist, macht es leichter ihn zu behalten (vgl. Stangl, 2006).

Exzerpt:

Das Exzerpt besteht aus logisch geordneten Sinnabschnitten, wobei die Ordnung des zu exzerpierenden Textes nur soweit eingehalten werden muss, als er logisch ist. Ein Exzerpt soll den individuellen Verarbeitungsprozess beinhalten und nach den Lernzielen abgestimmt sein. Das richtige Exzerpt zu einem Text gibt es nicht. Man soll in einem Exzerpt immer alle Fremdwörter erklären, auch grafische Schematisierungen bieten sich in einem Exzerpt an. Man soll ein Exzerpt immer handschriftlich machen, um so beim Test die Handschrift besser in der Übung zu haben. In einem Exzerpt hat man das neue Formulieren eines Textes bereits hinter sich. Dies erspart Energie beim Schreiben des Tests (vgl. Stangl, 2002).

Lernen anhand eines selbstentwickelten Schemas:

Man kann Themen und Stoffgebiete in selbstentwickelten Schemas einteilen. Dabei geht man zur Gänze von den vorgegebenen Strukturen in einem Buch weg und baut sich selbst einen neuen Aufbau. Man kann dadurch auch verschiedene Quellen miteinander vergleichen. Es ist auch möglich, sich manche Stoffgebiete (insbesondere in Mathematik und Rechnungswesen) anhand von Rechenbeispielen anzueignen und erst im Nachhinein die Theorie dazu zu lernen.

Lernen mit Akronymen:

„Akronyme sind Kunstwörter, die aus den Anfangsbuchstaben mehrere Wörter gebildet werden“ (Totter & Mühlbacher, 2002, S. 36).

Die Informationen werden durch Buchstaben repräsentiert, meist sind dies die Anfangsbuchstaben. Diese Anfangsbuchstaben ergeben dann ein neues Kunstwort (vgl. Totter & Mühlbacher, 2002). „Dieses neue Wort merkst du dir und aus den jeweiligen Buchstaben erschließt du dir die jeweilige Information “(Totter & Mühlbacher, 2002, S. 36).

Einige Beispiele hierfür sind:

„ROGGBIV“ – Spektralfarben rot, orange, grün, gelb, blau, indigo, violett

„EADGHE“ - Gitarrenseiten

Wenn man sich eine Reihe von Begriffen merken soll, wie z.B. Sachen, die man beim Einkaufen nicht vergessen will oder Dinge, die man erledigen muss, dann kann man sich die Sache leichter machen, indem man z.B. ein Akronym bildet, also eine Abkürzung, die man sprechen kann. Nehmen wir an, man möchte Milch, Staubzucker, Orangen und Seife kaufen, kann man diese Begriffe ein bisschen umstellen und dann mit den Anfangsbuchstaben das Wort "MOSS" bilden. Wenn man dann im Geschäft steht und sich an MOSS erinnert, fallen viel leichter auch die dazu passenden Begriffe ein.

Lernen mit Reimen und Sprüchen:

„Unverbundene Informationen werden durch Reime (Rhythmus) miteinander verknüpft“ (Totter & Mühlbacher, 2002, S. 35).

Jeder Information, die zu lernen ist wird mit etwas Bekannten verbunden und dann verknüpft man dies in einen Reim, damit man sich es leichter und länger merken kann (vgl. Totter & Mühlbacher, 2002).

Beispiele sind etwa:

 „753 Rom schlüpft aus dem Ei“

„Im Frühling nach For, im Herbst nach Hinten“ (Umstellung von Sommer und Winterzeit)

Lernstoff in eine Geschichte verpacken

Diese Methode beinhaltet, dass man den Lernstoff mit Assoziationen aneinander reiht. Die richtige Reihenfolge soll dabei erhalten bleiben. Die Reihenfolge bzw. die Glieder einer Kette sollen nicht reißen und damit dies nicht so leicht passiert, werden die Informationen in eine Geschichte verpackt (o. A., o. J.).

Lernkartei:

Mit Hilfe der Lernkartei kann man sich selbst abhören, d.h., man entscheidet allein, wie lange man überlegt, bevor man die Karte umdreht und wie viele Karten man hintereinander bearbeitet. Für den Lernprozess (Lerntempo, Lernaufwand) ist das psychologisch sehr bedeutsam, da man diesen selbst kontrollieren muss, indem man eine Antwort noch als „richtig“ gelten lässt oder als „falsch“ werten muss (vgl. Stangl, 2006). Eine Lernkartei eignet sich sehr gut für Vokabeln, aber auch für Geschichte, wenn man sich Jahreszahlen und das Ereignis dazu merken muss.

Eselsbrücken:

„Die Arbeit mit Eselsbrücken verkürzt nachweisbar den Lernprozess, weil diese Lernmethode ideal zur Art und Weise passt, wie das menschliche Gedächtnis Inhalte speichert. Effektives lernen macht es deshalb erforderlich, einen Zusammenhang herzustellen zwischen dem, was man lernen möchte und dem, was man schon weiß“ (o. A., o. J.).

Ein Beispiel dafür:

carta (lat.)            Eine Karte aus Papier. Papier

Befragung:

Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen wurde deutlich, dass Eselsbrücken, Exzerpt, Lernen anhand eines selbstentwickelten Schemas und Bildhaftes Lernen die beliebtesten Lerntechniken  der Linzer StudentenInnen sind. Der Reim ist eindeutig die unbeliebteste Weise sich neues Wissen anzueignen. Studenten können sich eher vorstellen, neue Lerntechniken zu verwenden als Studentinnen. Hierbei sind die Favoriten die Lernkartei und wiederum das Exzerpt.

Verwendete Literatur

Mnemotechnik. WWW: http://de.wikipedia.org/wiki/Mnemotechnik#
Kettenmethode.2C_Assoziationsketten
(06-05-20)

Totter Alexandra, Mühlbacher Jörg (2002) E-Lernen lernen. Linz: Institut für Informationsverarbeitung und Mikroprozessortechnik Johannes Kepler Universität

Schneller lernen mit Eselsbrücken.
WWW: http://www.lerneinheit.de/kopftrainer/eselsbruecken.php (2006-05-15)

Stangl, W. (2006) Die Beschreibung der vier Lerntypen und dein Ergebnis.

WWW: http://www.arbeitsblaetter.stangl-taller.at/TEST/HALB/Testergebnis.php (2006-04-12)

Stangl, W. (2002) Vom Umgang mit schwierigen Texten.
WWW: http://www.uni-bielefeld.de (2006-05-10)

Stangl, W. (2006) Lernkartei.
WWW: http://www.stangl-taller.at/ARBEITSBLAETTER/
LERNTECHNIK/Lernkartei.shtml

(2006-05-15)


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