Präsentationen 2007

Sabine Höpfler, Katharina Lesterl, Sandra Reiter 

Reformpädagogik und Alternativschulen 

Montessori-Pädagogik

Maria Montessori wurde am 31. August 1870 in Italien geboren. Sie absolvierte eine technisch-naturwissenschaftliche Schule und studierte als erste Frau Italiens Medizin. 1896 schloss sie ihr Studium mit großem Erfolg ab. 1899 begann Maria Montessori als Dozentin einer Lehrerausbildungsanstalt und arbeitet als Direktorin eines Institutes, in dem Lehrer für behinderte Kinder ausgebildet wurden. Am 6. Jänner 1907 eröffnete sie ein Kinderhaus im römischen Stadtteil San Lorenzo. Ab 1910 entschloss sich Maria Montessori ihre Lehre weiterzugeben und hielt auf der ganzen Welt Fortbildungskurse und Vorträge. 1929 fand in Dänemark der erste internationale Montessori-Kongress statt. Am 06. Mai 1952 verstarb Maria Montessori in den Niederlanden (vgl. Wikipedia 2007 und Montessori 1965, S. 5 ff)

Prinzipien der Montessoripädagogik

Die sensiblen Phasen

Ziel: Selbstaufbau des Kindes

0-3 Jahre: Bewegung, Ordnung, Sprache

3-6 Jahre: Eigenes Bewusstsein entwickeln, Errungenschaften

7-12 Jahre: Soziale Bedürfnisse, Entstehung des Gewissens (vgl., Montessori 1965, S. 15)

Freiarbeit

Freiarbeit ist das Kernstück der reformpädagogischen Bildung von Montessori. Die Lehrerin ist vorwiegend Helferin, sie unterstützt die Kinder auf dem Weg zur Persönlichkeitsentwicklung. Der Schüler sucht sich den Lerngegenstand und das Lernmaterial selber aus und arbeitet dann selbständig und selbsttätig daran (vgl. http://www.montessori.de/daten/montpaed.html).

Zur Arbeit der Lehrer mit den Kindern

Ein großer Teil der Motivation des Kindes hängt vom Lehrer ab, durch das zur Verfügung stellen von Entwicklungsmaterial. Es ist wichtig, dass der Lehrer die Inhalte des Materials gut kennt, denn sonst besteht die Gefahr, dass das Kind nur kleine Teile versteht und mitnimmt (vgl. Montessori 1965, S. 24 ff).

Über das Beobachten

Eine der wichtigsten Aufgaben in der Freiarbeit ist das Beobachten der Kinder. Für den Lehrer ist es sehr schwierig nicht in das Geschehen einzugreifen. Wendet sich ein Kind mit der Bitte um Hilfe an den Lehrer, sollte er selbstverständlich dem Kind eine Hilfestellung geben (vgl. Montessori 1965, S. 24 ff).

Wissen, was ich will

Beim Erlernen des Arbeitens in der Freiarbeit können Entwicklungsstufen des Kindes beobachtet werden:

Die ursprüngliche Stufe ist charakterisiert durch große Sprunghaftigkeit, kurze Konzentrationsphasen und häufige Erholungsphasen.

In der nächsten Stufe folgen einer kurzen einfachen Übung nach einer Pause die eigentliche „große Arbeit“. Danach wird neuerlich unterbrochen und die Freiarbeit mit einer weiteren einfachen Übung beendet.

Bei der höchsten Stufe gibt es kaum Unterbrechungen. Konzentriert wird mit einem oder mehreren wenigen Materialien gearbeitet (vgl. Montessori 1965, S. 51 ff).

Die Einbeziehung der Eltern

Es ist von großer Bedeutung die Eltern miteinzubeziehen. Den Eltern müssen immer wieder die pädagogischen Prinzipien der Montessori-Pädagogik erklärt werden. Es wird auch darauf geachtet, dass es einen Einklang zwischen der schulischen Erziehung und der Erziehung des Elternhauses gibt (vgl. Montessori 1965, S. 7 ff)

Die vorbereitende Umgebung und das Entwicklungsmaterial

Die Umgebung muss den Bedürfnissen und den Interessen der jeweiligen Kinder entsprechen. Zu der vorbereiteten Umgebung gehört unter anderem die kindgerechte Einrichtung des Klassenraumes (vgl. Montessori 1965, S. 45 ff).

Zum Entwicklungsmaterial

Mithilfe des Entwicklungsmaterials wird den Kindern ermöglicht, ihre intellektuellen, psychischen und motorischen Fähigkeiten zu entwickeln. Es wird zwischen den Materialien zu den Übungen des täglichen Lebens und zur Sinnesschulung und didaktische Materialien für Mathematik, Sprache und kosmische Erziehung unterschieden, wobei die didaktischen Materialien eine wesentlich größere Gruppe bilden (vgl. http://www.montessori.at/montessori-paedagogik.html).

Die Polarisation der Aufmerksamkeit

Beim Aufbau des Kindes ist die Aufmerksamkeit das Wichtigste. Die Aufmerksamkeit ist ein wichtiger Stützpunkt, auf dem sich die kindliche Arbeit aufbaut. (vgl. http://www.montessori-wien.org/index.php?option=com_content&task=view&id=50&Itemid=131).

Der absorbierende Geist

=umweltintegrierte Produktivität des Kindes. Das Kind erfährt durch Eindrücke eine Veränderung (vgl. Montessori 1965, S. 7 ff).

Freinet-Pädagogik 

Die Freinet-Pädagogik wurde im Jahre 1920 von dem Franzosen Célestin Freinet gegründet. Zusammen mit seiner Frau Elise Freinet, versuchte er die Schule zu reformieren. Sein Ziel war es, dass alle Menschen gleich anerkannt und behandelt werden, denn auch er musste Voruteilen kämpfen. Ihm wurde der Zutritt an eine Universität verboten und daher begann er ein Lehrerstudium(vgl. Wikipedia, 2007).

Freinet wollte sich vom traditionellen Frontalunterricht abwenden, denn die Schüler sollten im Mittelpunkt stehen und bestimmen was sie lernen wollen. Unterrichtstechniken wie der Klassenrat, wo die Klasse als Gremium mit Stimmrecht geführt wurde, unterstützen in dabei. Weitere Unterrichtstechniken waren die Wandzeitung, Schuldruckerei, Klassenzeitung, Klassentagebuch, Morgenkreis (vgl. Wikipedia,2007).

Prinzipien der Freinetpädagogik

Bezug zum Leben

Der Bezug zum Leben hat in den Werken von Freinet eine sehr große Bedeutung. Die Schule sollte mehr lebensverbundender, offener und kindesgemäßer sein, da sie ansonsten nicht dem wirklichen Leben entspricht. Die Materialen, mit denen die SchülerInnen arbeiten, sollen einen Bezug zum Leben darstellen (Hellmich & Teigeler, Montessori-, Freinet-, Waldorfpädagogik, S. 115f).

Arbeit/Selbsttätigkeit

Die SchülerInnen entscheiden selbst, was sie lernen wollen und in welcher Art und Weise sie den Schulstoff erlernen wollen, gelenkt durch ihr Eigeninteresse. Daraus ergibt sich, dass der Lehrer immer mehr in den Hintergrund rückt und ihm nur mehr eine beratende und helfende Rolle zukommt.  Der Lehrer hat nur mehr die Aufgabe eine angenehme Lernumwelt aufzubauen und Arbeitsmaterialien und Techniken bereit zu stellen. Das Ziel stellt die Selbstverwirklichung des Kindes dar (Dietrich, Handbuch Freinet-Pädagogik, S. 163).

Sinn

Lernen soll sinnvoll gestaltet werden. Kinder sollen Lesen, Schreiben und Rechnen können. Aber nicht durch Zwang, indem man ein Buch bekommt, dass alle lesen können müssen, sondern aufgrund von anderen Methoden. Techniken von Freinet waren die Schul-Druckerei, die Schülerzeitung und die Korrespondenz mit anderen Klassen aus verschiedenen Regionen (Hellmich & Teigeler, Montessori-, Freinet-, Waldorfpädagogik, S. 116f).

Freiheit

Die Kinder sollen sich frei entscheiden, was sie lernen oder womit sie sich beschäftigen wollen, dies soll nicht durch den Lehrer vorgegeben werden. Dies kommt zum Ausdruck, wenn die Schüler einen freien Text schreiben können, ohne dass ein Thema vorgegeben wird. Da die Schule nicht abgeschottet vom Leben operieren sollte, soll sich die Schule mit Themen beschäftigen, die derzeit das Leben beeinflussen und die Schüler können dann eine Auswahl treffen (Hellmich & Teigeler, Montessori-, Freinet-, Waldorfpädagogik, S. 117f).

Kooperation

Die Kinder sollen auch untereinander zusammenarbeiten, d. h. dass Mitschüler keine Konkurrenz für den Schüler darstellen. Dabei ist das Prinzip der Freiheit ebenfalls förderlich für eine kooperative Stimmung (Dietrich, Handbuch Freinet-Pädagogik, S. 163). 

Korrespondenz

Durch das Austauschen von Arbeitsmaterialien und Erfahrungen können die SchülerInnen an dem Leben anderer Schüler teilhaben (Hellmich & Teigeler, D

Montessori-, Freinet-, Waldorfpädagogik,  S. 119). 

Verantwortung

Nach Freinets Ansicht, sollen die SchülerInnen schon früh lernen, was es heißt Verantwortung zu übernehmen. Zu diesem Zweck gab es verschiedene Ämter für die Schüler. Ein Schüler sollte die Ordnung und Sauberkeit in der Schule aufrechterhalten und wiederum andere haben die Aufgabe Lernmittel oder Hefte zu besorgen. Einmal in der Woche wird dann ein Treffen vereinbart, wo jeder über seine Tätigkeit berichten kann (Hellmich & Teigeler, Montessori-, Freinet-, Waldorfpädagogik, S. 119). 

Anerkennung/Aufwertung/Selbstbewusstsein

SchülerInnen können durch Schule auch ihr Selbstbewusstsein steigern. Deshalb sollen diese auch die Herstellung von Postkarten, Fotogrammen, selbstgeschöpftem Papier in der Schule erlernen. All dies sind Ergebnisse worauf SchülerInnnen stolz sein können. Wenn diese Arbeiten auch noch ausgestellt oder sogar verkauft werden können, birgt dies eine enorme Aufwertung der Arbeiten von Schülern in sich (Dietrich, Handbuch Freinet-Pädagogik, S. 164).

Verwendete Literatur

Dietrich, Ingrid. (1995) Handbuch Freinet-Pädagogik. Basel

Hellmich A., Teigeler P. (1992). Montessori-, Freinet-, Waldorfpädagogik. Konzeption und aktuelle Praxis. Basel

Montessori, M. (1965). Grundlagen meiner Pädagogik. Wiebelsheim. Quelle & Meyer Verlag.

Montessori Deutschland. Montessori-Pädagogik WWW: http://www.montessori.de/daten/montpaed.html

Montessori Vereinigung Wien. Montessoir-Pädagogik.WWW: http://www.montessori-wien.org/index.php?option=com_content&task=view&id=50&Itemid=131

Montessori Pädagogik. WWW: http://www.montessori.at/montessori-paedagogik.html

Wikipedia (2007). Freinet-Pädagogik. WWW: http://de.wikipedia.org/wiki/Freinet-P%C3%A4dagogik

Wikipedia (2007). Montessori. WWW: http://de.wikipedia.org/wiki/Montessori#Biographie


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