Präsentationen 2006

Inhalte guten Unterrichts

Guter Unterricht kann verschiedentlich interpretiert werden. Es gibt kein allgemein gültiges Patent für guten Unterricht sondern verschiedene Wege und Methoden, um Unterricht motivierend zu gestalten. Verschiedene Interessensgruppen stellen unterschiedliche Ansprüche an den Unterricht (Eltern, Schüler, Lehrer, Politiker, …)(vgl. Weinert 1998, S. 7). Aus diesem Grund haben wir acht wichtige Merkmale guten Unterrichts eruiert und eine Umfrage unter Schülern und Nichtschülern gemacht. Unten angeführt finden Sie die acht Punkte, welche wir nach dem häufigsten Ergebnis des Fragebogens gereiht haben.

1. Lernförderliches Klima

Unter lernförderlichem Klima versteht man im Groben die Schaffung einer angenehmen Unterrichtsatmosphäre. Im Speziellen wird hier der gegenseitige Respekt, eingehaltene Regeln, gemeinsam geteilte Verantwortung sowie Gerechtigkeit und Fürsorge des Lehrers gegenüber den Schülern gemeint (vgl. Meyer 2004, S. 47ff).

2. Intelligentes Üben

Unter dem Begriff „intelligentes Üben“ versteht man den Abgleich der Lernaufgaben hinsichtlich der Lernziele. Wichtige Kriterien für intelligentes Üben sind erkennbare Sinnhaftigkeit der Lernaufgaben, verständlich formulierte Arbeitsanweisungen sowie eine Regelmäßigkeit hinsichtlich der Wiederholungen. Ein weiteres sehr wichtiges Kriterium ist die Angemessenheit der Lernaufgabe im Hinblick auf die Leistungsniveau des Schülers (vgl. Grell & Grell 1999, S. 232ff).

3. Inhaltliche Klarheit

Die inhaltliche Klarheit ist auch ein sehr wesentlicher Bestandteil guten Unterrichts. Hier wird im Wesentlichen die Aufbereitung einer verständlichen Aufgabenstellung gemeint. Weiters ist auch sehr wichtig, dass die Ergebnissicherung klar und verbindlich gestaltet ist. Grundvoraussetzung dafür ist, dass die Schulbücher inhaltlich korrekt sind. Ein tiefes Fachwissen ist natürlich sehr förderlich für die Gestaltung einer inhaltlich klaren Aufgabenstellung (vgl. Meyer 2004, S. 55ff).

4. Methodenvielfalt

Um die Gefahr der Eintönigkeit des Unterrichts und die dadurch erwachsende Desinteresse der Schüler zu unterbinden, ist es unerlässlich, die Vielfalt der Unterrichtsformen (Freiarbeit, Gruppenarbeit, Projektarbeit, Partnerarbeit, …) anzuwenden (vgl. Röbe 1998, S. 19ff; Hammerer 1998, S. 35ff).

5. Klare Strukturierung

Damit der Erfolg einer Unterrichtseinheit gewährleistet ist, sollte sich für die Schüler ein gut erkennbarer roter Faden durch die Einheit ziehen. Damit ist eine klare Abstimmung zwischen Zielen, Inhalten und Methoden einer Unterrichtsstunde gemeint (vgl. Meyer 2004, S. 25ff).

6. Individuelles Fördern

In Klassenverbänden herrschen unterschiedliche Schülerleistungsstärken vor. Oft passiert es, dass sich Lehrer nur auf die Förderung der schwächeren Schüler konzentrieren. Dies ist unerlässlich für die Motivation der Schwächeren. Jedoch darf auf die Leistungsstärkeren Schüler nicht vergessen werden. Hier läuft man Gefahr, dass die Stärkeren die Fähigkeit zur Selbstmotivation verlieren. Aus diesem Grund müssen die Lehrkräfte jedem Schüler die Chance geben, dass dieser dessen individuelles und intellektuelles Potential entwickeln kann (vgl. Meyer 2004, S. 86ff).

7. Informativer Unterrichtseinstieg

Grundsätzlich kann man niemanden motivieren sondern jeder muss sich selbst motivieren. Für Schüler ist es wichtig zu erfahren warum und zu welchem Zweck sie etwas lernen müssen. Durch diese Information ist die Grundvoraussetzung für die Selbstmotivation gegeben. Nur wenn die Schüler motiviert sind ist die Lernbereitschaft erhöht und dies ist eine Grundessenz für das Gelingen guten Unterrichts (vgl. Grell & Grell 1999, S. 134ff; vgl. Meyer 2004, S. 36).

8. Hoher Anteil echter Lernzeit

Darunter versteht man die vom Schüler tatsächlich aufgewendete Lernzeit, um das Lernziel zu erreichen. Um eine effiziente Nutzung der Lernzeit zu erreichen sind folgende Kriterien nötig. Aktive Mitarbeit der Schüler, wenig Störungen während des Unterrichts, Lehrer schweift nicht ab, Pünktlichkeit, Auslagerung organisatorischer Tätigkeiten in die Pause, gute Vorbereitung des Lehrers (vgl. Meyer 2004, S. 39ff).

Verwendete Literatur

Grell, J. & Grell, M. (1999). Unterrichtsrezepte. Weinheim, Basel, Berlin: Beltz Verlag

Meyer, H. (2004). Was ist guter Unterricht? Berlin: Cornelsen Verlag Scriptor GmbH & Co. KG

Röbe, J. (1998). Vom Anspruch des Kindes auf selbst gesteuertes und angeleitetes Lernen. In: Freund, J. Gruber, H. Weidinger, W. (Hrsg.). Guter Unterricht – Was ist das? S. 19-33. Wien: ÖBV Pädagogischer Verlag GmbH

Hammerer, F. (1998). Offene Lernsituationen anspruchsvoll gestalten. In: Freund, J. Gruber, H. Weidinger, W. (Hrsg.). Guter Unterricht – Was ist das?. S. 35-56. Wien: ÖBV Pädagogischer Verlag GmbH


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