Präsentationen 2006

Gudrun Rieß, Daniela Padinger & Viola Oberkofler

Unterrichtsmethoden

Welche Methoden kann ein/e PflichtschullehrerIn von heute anwenden, um den Unterricht optimal zu gestalten? 

Wozu dienen Unterrichtsmethoden?

Unterrichtsmethoden helfen dem/der LehrerIn den Lernstoff für die SchülerInnen in einer angemessenen, fachgerechten und verständlichen Form zu übermitteln. Um den Unterricht auf die Rahmenbedingungen abzustimmen, werden nicht nur einzelne Methoden sondern meistens Mischformen von den Lehrkräften eingesetzt. Zu den Rahmenbedingungen zählen zum Beispiel der Schwierigkeitsgrad des Lernstoffes, die Lernvoraussetzungen der Schüler und die Organisation der Schule (vgl. Meyer 1994, S. 38).

Sozialformen und Handlungsmuster stellen wichtige Einflussfaktoren auf die Unterrichtsgestaltung dar (vgl. Meyer 1994, S.140).

Sozialformen

Frontalunterricht

Die Klasse wird gemeinsam von einem Lehrer unterrichtet. Es besteht kein Einfluss von den Schülern auf den Unterricht – der Unterricht wird nur von dem/der LerhrerIn gestaltet. Durch Frontalunterricht ist kein selbständiges Arbeiten des Schülers möglich (vgl. Meyer 1987, S. 182f). Anwendungsbereich: Anfangs- und Einführungsphase, Wiederholungen und Zusammenfassungen (vgl. Mattes 2002, S. 26).

Gruppenarbeit

SchülerInnen bereiten selbständig ein vom Lehrerkörper vorgegebenes und geplantes Thema in Gruppen von drei bis sechs Personen auf. Diese ausgearbeiteten Inhalte werden dann meist noch vor der gesamten Klasse präsentiert. Der Lehrkörper tritt bei dieser Sozialform eher in den Hintergrund und nimmt eine beratende bzw. beobachtende Position ein (vlg. Mattes 2002, S. 32). Anwendungsbereich: bei Themen wo etwas diskutiert, recherchiert beziehungsweise dargestellt wird (vgl. Mattes 2002, S. 38).

Partnerarbeit

Im Gegensatz zur Gruppenarbeit wird bei der Partnerarbeit ein Stoff von zwei SchülerInnen selbständig bearbeitet. Partnerarbeit kombiniert die Vorteile der Einzel- und Gruppenarbeit, erfordert jedoch einen geringeren organisatorischen Aufwand als bei der Gruppenarbeit notwendig ist. Sie steigert außerdem die Teamfähigkeit und die Aufgaben können effizienter und konzentrierter erledigt werden als in einer Gruppe (vgl. Mattes 2002, S. 30f). Anwendungsbereich: Aufgaben die für eine Person zu schwierig wären (vgl. Mattes 2002, S 38).

Einzelarbeit

Bei der Einzelarbeit (auch Stillarbeit genant), erarbeitet der/die SchülerIn eine vom Lehrkörper gegebene Aufgabe alleine. Die Arbeit kann zB durch verschiedene Schwierigkeitsgrade, dem Lerntempo des/der LernendeIn angepasst werden. Es findet somit individuelles Lernen statt – der/die SchülerIn bearbeitet alleine und ohne Rücksicht auf Andere ein Problem (vgl. Mattes 2002, S. 28f). Anwendungsbereich: Phase des Übunens und Wiederholens (wie bei Haushaufgaben) (vgl. Mattes 2002, S. 38).

Offenes Lernen

Dabei wird der Unterricht variabel – d. h. ohne Festlegung eines festen didaktischen Plans – gestaltet und verschiedene Sozialformen an die unterschiedlichen Entwicklungsstufen und Interessen der SchülerInnen angepasst (vgl. Kerbler 2000, http://www.acdca.ac.at/material/vortrag/motivat.pdf, 08.12.2005, 14:00 Uhr).

Diese Art des Unterrichts hat in den letzen 20 Jahren stark an Bedeutung zugenommen (vgl. Günther 1996, S. 3).

Empirische Erhebung

An einer nordrhein-westfälischen Pflichtschule wurden im Jahr 1986 ca. 180 Unterrichtsstunden analysiert. Dabei wurde festgestellt, dass der Frontalunterricht mit beinahe 77 % am häufigsten angewandt wird. Die Partnerarbeit wurde hier lediglich zu 2,88 % praktiziert und auch die Gruppenarbeit stand mit nur 7,5 %iger Anwendungshäufigkeit eher im Hintergrund des Schulgeschehens (vgl. Meyer 1987, S. 61).

Handlungsmuster

„Handlungsmuster bestimmen die Form in der sich Lehrer und Schüler die natürliche und gesellschaftliche Wirklichkeit aneignen“ (Meyer 1987, S. 279).

Der Unterschied zwischen Sozialformen und Handlungsmuster besteht darin, dass die Sozialform als organisatorische Umgebung gesehnen wird. Das Handlungsmuster ist die Art und Weise wie der Lernstoff vermittelt wird (vgl. Meyer 1987, S. 279). Die Auswahl des geeigneten Handlungsmusters trägt wesentlich zum Lernerfolg und zur Zufriedenheit der SchülerInnen bei. Das bedeutet dass der Projektunterricht alleine den Unterricht noch nicht erfolgreich und genauso der Frontalunterreich ihn nicht unbedingt schlecht gestaltet. Erst die Art der Vermittlung entscheidet über die Zufriedenheit der SchülerInnen (vgl. Meyer 1994, S. 142f).

Diese Handlungsmuster können grundsätzlich in drei Gruppen unterteilt werden:

Es besteht eine ständige Verbindung zwischen den Sozialformen und den Handlungsmustern. Daher ist es wichtig, die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten von Formen und Mustern auszunutzen. Durch die Abwechslung im Unterricht wird die Motivation der Schüler gesteigert. Außerdem stellen gewisse Phasen des Lernens auch verschiedene Anforderungen an Sozialformen und Handlungsmuster. Durch die Abwechslungsreiche Unterrichtsgestaltung wird auch die Motivation am Lernerfolg steigen (vgl. Mattes 2002, S. 38).

Verwendete Literatur

Günter, H. (1996). Kritik des offenen Unterrichts. Bielefeld: Lernen für die Deutsch und Europäische Zukunft e.V. Verlag

Kerbler, K. (2000). Motivation und Freude durch Offenen Lernen. Wien.

Online im Internet: http://www.acdca.ac.at/material/vortrag/motivat.pdf (08.12.2005, 14:00)

Mattes, W. (2002). Methoden für den Unterricht. 75 kompakte Übersichten für Lehrende und Lernende. Paderborn.

Meyer, H. (1994). Unterrichtsmethoden. I: Theorieband. Frankfurt am Main: Scriptor Verlag

Meyer, H. (1987). Unterrichtsmethoden. II: Praxisband. Frankfurt am Main: Scriptor Verlag


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