Übergänge … Von der Kindheit zur Jugend

Zur Disco abhauen

Den Übergang vom Kind zum Jugendlichen hat sich sicher jeder etwas anders vorgestellt. Es gab eine Menge Probleme mit sich selber und natürlich mit den Eltern bzw. mit der Familie.

Mit 14 wollte man dann schon mal das Fortgehen ausprobieren, aber das war meinen Eltern noch gar nicht recht. Einmal durfte ich mit ihnen in die Disco, aber das war nur eine Ausnahme zu meinem 14. Geburtstag. Naja, und weil man nicht fort durfte, musste man sich was anderes überlegen. Ich blieb einfach fast jeden Freitag bei einer Freundin und bei ihr war es ganz leicht abzuhauen und in die Disco zu kommen. Das Risiko erwischt zu werden was mir eigentlich nie so richtig bewusst. Und Gott sei Danke wurden wir auch nie beim Abhauen ertappt.

Ein große Veränderung war in dieser Zeit, dass ich einfach nicht mehr wollte, dass sich meine Eltern in mein Leben einmischten, obwohl sie eigentlich Recht dazu hatten. Aber in dieser Zeit fühlt man sich eben schon alt genug um selber entscheiden zu können, dem was aber nicht so ist. Immer wenn mir jemand drein geredet hat, endete das in einem Streit.

In dieser Zeit begann ich auch mich für Burschen zu interessieren. Alle paar Wochen „verliebte“ man sich in jemand anderen. Es wurden Liebesbriefe geschrieben oder die beste Freundin vorgeschickt. Heutzutage läuft dies alles mittels SMS ab, das bekomme ich zumindest bei meinem Bruder so mit, der sich gerade in der Übergangsphase von Kind zum Jugendlichen befindet.

Wenn ich selber einmal Mutter bin, hoffe ich, dass ich mit meinen Kindern in der Pubertät auch genau so gut umgehen kann, wie meine Eltern mit mir.

Ein relativ pflegeleichter Übergänger

Wenn ich das Ganze im Nachhinein betrachte, waren für mich persönlich die Änderungen nicht so gravierend, denn der Übergang ist eher fließend von statten gegangen. Man kann nicht sagen, von einem Zeitpunkt zum anderen wechselte ich von der Kindheit in die Jugend. Jedoch der Übergang von der Volksschule in die Hauptschule signalisierte einen solchen Wechsel, da doch das schulische Anspruchsniveau anstieg. Weiters fühlte man sich auf der einen Seite erwachsener als die Volksschüler, auf der anderen Seite aber hatte man Ehrfurcht vor den älteren Hauptschülern. Aber in der Zeit so zirka im Alter von 10 bis 12 Jahren merkte ich doch, dass das Leben jetzt etwas ernster wird als in der Kindheit. Die einschneidenden Veränderungen waren aber – so glaube ich – vor allem auch von der Erwartungshaltung der Eltern geprägt. Mir wurde mehr Verantwortung übertragen, ob das nun im Bereich Taschengeld war, oder auch sonst im alltäglichen Leben. Ein Beispiel wäre das Alleine-zu-hause-bleiben, wenn die Eltern am Abend noch bei einer Sitzung waren, etc. Weiters wurde mir auch mehr Selbstständigkeit anvertraut und aber auch abverlangt. 

Ich glaube, dass ich ein relativ pflegeleichter Übergänger von der Kindheit in die Jugend war, denn eigentlich so richtig große Probleme gab es meines Erachtens bei mir nicht. Jedoch die eine oder andere Streiterei war schon alleine durch die gestiegene Erwartungshaltung meiner Eltern vorprogrammiert, da sie mir mehr Verantwortung und Freiraum übergaben. Probleme in diesem Zusammenhang waren, dass man den teils hohen Erwartungen der Eltern nicht immer gerecht werden konnte. Jedoch verlangten sie von mir auch mehr Reife und Vernunft besonders in Bezug zu den kleinen Streitereien mit meinem kleineren Bruder, der damals noch in der Kindheit steckte. Mein Bruder wurde auch von meinen Eltern dementsprechend behandelt und in Schutz genommen. Das verstand ich damals oft nicht und fühlte mich teilweise ungerecht behandelt. Es gab im Alter von ca. 15 Jahren wie bei den meisten Jugendlichen auch die eine oder andere Meinungsverschiedenheit mit meinen Eltern bezüglich Ausgehen. Im Großen und Ganzen kann ich im Nachhinein getrost positiv über diese Zeit sprechen.


Zu weiteren Übergängen - Diesen Text diskutieren


Übergänge … Von der Kindheit zur Jugend


quellenangaben ::: impressumstangl.eu