Übergänge … Von der Kindheit zur Jugend

Ich war ein Einzelkind

Ich muss zugeben, dass ich mich, zu meinem Leidwesen, nur an sehr wenig Dinge meiner Kindheit bzw. meiner „ersten“ Jugendzeit erinnern kann, was eigentlich sehr schade ist, weil ich eigentlich eine sehr schöne Kindheit hatte. Ich bin ein Einzelkind und das hat mir natürlich sehr viel Aufmerksamkeit und Liebe gebracht, außerdem bin ich sehr wohlbehütet aufgewachsen. Zu meiner nun „ersten“ Jugendzeit kann ich ganz allgemein sagen, dass während dieser Zeit die Schule mein größtes Übel und die größte Veränderung war. Nach dem Umstieg von Volksschule ins Gymnasium, in das ich als einzige meiner Klasse wechselte, wurde der Kontakt zu ehemaligen guten Freundinnen immer weniger. Für mich eine einschneidende Veränderung, weil ich ein sehr schüchternes und introvertiertes Kind war und immer nur einen eher kleinen, dafür aber besonderen Freundeskreis hatte. Aus diesem Grund fand mich nur langsam in die neue Schule ein, aber natürlich baute ich mir nach und nach einen neuen kleinen Freundeskreis auf. Bei mir war der Übergang vom Kind sein zum Jugendalter eigentlich nicht sehr spektakulär, denn ich hatte weder aufsässige, noch rebellische Phasen und Streitigkeiten mit meinen Eltern, noch habe ich extreme Kleidungsstile ausprobiert. Ich hatte wohl eine eher „langweilige“ und ruhige Pubertät verlebt. Aber ich begann mich natürlich auch immer mehr für Make-up, Kleidung und Frisur zu interessieren. Jungs wurden bei mir erst mit 16 so richtig interessant, da bin ich eher Spätzünder, denn im Alter zwischen 10 und 15 war ich ein typisches Mädchen, das sich für Pferde interessierte.

Zum Thema Probleme, die zum ersten Mal auftauchten, habe ich nicht sehr viel zu erzählen, denn ich bot meinen Eltern nie einen Anlass um Verbote auszusprechen, d.h. ich hatte mit meinen Eltern relativ wenig Konflikte, außer manchmal vielleicht, wenn ich versucht habe meinen Kleidungsstil durchzusetzen. Ich war wohl, im nach hinein gesehen, ein beinahe zu braves Kind. Probleme hatte ich von Zeit zu Zeit nur mit mir selbst, indem ich mir oft gewünscht habe, ein bisschen spontaner, interessanter oder extrovertierter zu sein, um auch ein wenig im Mittelpunkt stehen zu können.

Schulwechsel mit Heimweh

Wenn ich an meine „erste“ Jugendzeit zurückdenke, fällt mir als allererstes der Schulwechsel von der Hauptschule in die Tourismusfachschule ein. Obwohl ich mir diese weiterführende Schule selber ausgesucht hatte, fiel mir diese Veränderung anfangs nicht sehr leicht, da jede meiner Freundinnen entweder eine andere Schule besuchte oder eine Lehre begann. Hinzu kam auch noch der Wechsel vom Elternhaus in das Internat, indem der Tagesablauf ziemlich genau vorgeschrieben war. Plötzlich hatte ich nicht mir mein eigenes Zimmer, in das ich mich zurückziehen konnte, sondern musste mein Zimmer mit noch 6 anderen, fremden Mädchen teilen. Obwohl ich sehr schnell neue Freundschaften geschlossen hatte, hatte ich anfangs noch sehr viel Heimweh und konnte es kaum erwarten, bis ich am Wochenende wieder heimfahren durfte. Das Leben in der neuen Schule gestaltete sich ebenso anders wie bisher, da der Stundenplan nicht nur neue Fächer umfasste, sondern auch Unterricht von 7.45h bis 17.30h bedeutete. Also in Sachen Freizeit blieb nicht mehr viel übrig, da in der restlichen Zeit Hausübungen und Stundenvorbereitungen für den nächsten Tag zu erledigen waren. Dennoch habe ich in diesen Jahren viele neue Erfahrungen gemacht und mich in Sachen Eigenständigkeit und Verantwortungsübernahme sehr viel weiterentwickelt. Diese Veränderung hatte jedoch auch seine negativen Seiten, da sich der Kontakt zu meinen alten Freundinnen auf das Wochenende reduzierte. Die mir verbleibende Zeit mit ihnen versuchte ich jedoch voll und ganz zu nutzen und so waren wir im Alter von so ca. 16 Jahren eine Clique von ca. 20 Leuten, die Festln feierte und einfach nur Spass hatte. Damals entstanden auch die ersten Pärchen in der Clique und einige Beziehungen halten heute noch. Die so genannte „Moped-Zeit“ war in Nachhinein gesehen die schönste Zeit in meiner Jugend, da ich in ihr meine erste „Große Liebe“ gefunden hatte und wir jedes Fest gefeiert hatten, das es zu feiern gab. Keiner machte sich ernsthaft Gedanken über die Probleme und sorgen von morgen und jeder Tag war ein echtes Erlebnis, nicht so durchplant und strukturiert wie heutzutage.


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