Übergänge … Von der Kindheit zur Jugend

Schon immer ein Familienmensch

Schon als Kleinkind genoss ich die Anwesenheit meiner Eltern, und konnte es nur schwer ertragen wenn mal andere Personen auf mich aufpassten. So war es auch als der erste Tag im Kindergarten anstand. Ich konnte mich nur sehr schwer von Vater, Mutter und Großmutter trennen. Der Umstand, dass ich plötzlich mit anderen Kindern und Erwachsenen Zusammensein sollte, behagte mir überhaupt nicht. Doch schon nach den ersten Tagen fand ich Gefallen an den neuen Spielkameraden.

Mit etwa 10 Jahren hatte ich dann meine Volksschulzeit abgeschlossen und wollte – unterstützt von Geschwistern – unbedingt in ein Gymnasium in Linz. Doch auch hier war es wieder eine Umstellung und ein Wechsel in einen neuen Lebensabschnitt. Ich musste in die große Stadt Linz, ein völlig neues Umfeld und eine völlig neue Situation in der ich mich von nun an befinden soll. Doch auch nun bereitete mir der erste Tag Schwierigkeiten. Ich konnte mich nur schwer von meiner Heimatstadt lösen und so kam es auch, dass mich am ersten Schultag meine Schwester und deren Freundin begleiteten. Sie waren beide schon im selben Gymnasium und kannten sich natürlich bereits aus. Mit dem Schulbus beziehungsweise Zug fahren, der Weg zu Schule usw. war für mich persönlich neu, doch auch sehr spannend. Im Nachhinein betrachtet war ich schon sehr glücklich, dass ich nicht alleine diese „Hürde“ nehmen musste, doch von nun an kam ich mir schon ein Stück erwachsener vor mit einem wesentlicheren Beitrag zur Gesellschaft.

In der Sandkiste

Als ich ein Kind war, habe ich oft mit meiner Schwester draußen in der Sandkiste gespielt und einfache Brettspiele gemacht. Mein Lieblingsbrettspiel war „Mein Bauernhof“. Wir haben es sehr oft gespielt und ich habe es geliebt. Später, als ich schwierigere Spiele (wie zB „Spiel des Wissens“) beherrschte, wurde mir bewusst, dass mich „Mein Bauernhof“ überhaupt nicht mehr interessierte. Ich begann auch, draußen Fußball zu spielen und die Sandspielsachen verloren ihre Faszination. Mir war klar, dass sie für Kinder waren und eben nicht mehr für mich. Meine Schwester, die jünger ist als ich, hat zu dieser Zeit mit ihren Freundinnen natürlich immer noch Kinderspiele gespielt. Manchmal habe ich mir insgeheim gewünscht, ich könnte mitmachen, aber das ging nicht – ich war ja kein Kind mehr.

Auch am Fernsehen wurde mir das Ende meiner Kindheit bewusst. Plötzlich waren Sportübertragungen, Serien und Filme interessant. Kindersendungen, die ich mir immer angesehen hatte, waren langweilig, fast lächerlich.

Das war auch die Zeit, als ich unbedingt ein eigenes Zimmer haben wollte, vorher hatte ich es mit meiner Schwester geteilt. Privatsphäre wurde ein Thema und diese war bei mir daheim oft nicht ganz einfach durchzusetzen.

Ich, der ich als Kind ohne Mama oder Papa nur widerwillig einen Schritt aus dem Haus getan hatte, konnte plötzlich auch mit Freunden was unternehmen. Gerade auch die Tatsache, dass Freunde wichtiger wurden und die Familie etwas in den Hintergrund rückte, verdeutlichte mir das Ende meiner Kindheit. Als Kind gingen alle Neuigkeiten, Freuden, Sogen und Probleme immer zur Mama, dann später erfuhr sie nicht mehr alles. Ich teilte dann auch Dinge mit meinen Freunden.


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