Übergänge … Von der Kindheit zur Jugend

Die erste Menstruation

Angefangen, würde ich sagen, hat es mit meiner ersten Menstruation. Mit diesem Ereignis, hat man das Gefühl „mehr Frau“ und „weniger Kind“ zu sein. Also ein Jugendlicher, der von der Erwachsenenwelt ein wenig ernster genommen wird. Selbstverständlich ist dieser Prozess ein wenig beängstigend. Man wird erwachsen. Eltern versuchen dich als Jugendlicher zu betrachten, und mit mehr Verantwortungsgefühl auszustatten. Wenn man als Kind noch vor Bestrafungen verschont wurde, musste man jetzt mit Konsequenzen rechnen....

Das erste Interesse an Jungs wurde auch immer deutlicher. Man sah sie schön langsam mit anderen Augen. Nicht mehr als das unwichtige Geschlecht mit denen alles „doof“ war, sondern den reizvollen Gegenpol zum eigenen Geschlecht. Die ersten „Beziehungen“ zu Jungs entwickelten sich...

Jedoch das Verhältnis zu den Eltern wurde ziemlich auf die Probe gestellt. Man fühlte sich schon so erwachsen und wollte sich nur noch sehr wenig von den Eltern bevormunden lassen. Diskussionen wurden häufiger und mit der Zeit auch heftiger. Man wollte einfach nicht verstehen, wieso man eine 13-Jähre nicht bis in die Früh fortgehen lassen darf...??? (Jetzt verstehe ich es!!)

Allen in allem bleibt diese Erfahrung niemanden erspart. Sie ist genauso interessant wie beängstigend!

Ich bin auf dem Land aufgewachsen

und meine Eltern haben mir und meinen Schwestern sehr viel Liebe geschenkt. Ich habe immer ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Mutter gehabt, wobei mir meine Mutter, als ich älter wurde, eine gute Freundin war und ich mit all meinen Problemen zu ihr kommen konnte.

Leider war meine Jugendzeit aber auch nicht immer die „Heile Welt“. So hat es doch einige Erlebnisse gegeben, die mein Leben negativ verändert haben, die mir aber auch die Chance gegeben haben, zu reifen und in gewisser Weise erwachsen zu werden. Als ich 10 Jahre alt war, hatte mein Vater einen Verkehrsunfall, bei dem er schwere Verletzungen am Knie und an der Schulter erlitt. Er musste innerhalb von zwei Jahren mehrmals operiert werden und war mehrere Wochen im Spital und anschließend in Rehabilitationszentren. Diese Zeit war nicht leicht für meine Mutter, da meine jüngere Schwerster damals erst 4 Jahre alt war und sie sich nun um alles zu kümmern hatte. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich mich fühlte, als wir die Nachricht vom Verkehrsunfall meines Vaters bekommen haben. Es war das erste Mal, wo mir bewusst wurde, wie wichtig es ist, die schönen Zeiten im Leben zu genießen und wie unwichtig so viele Dinge sind, über die man sich sonst so unnötig ärgert.

Als ich 11 Jahre alt war, musste ich auch lernen, wie traurig es ist, einen geliebten Menschen zu verlieren, da kurz vor Weihnachten mein Opa starb. Dadurch, dass mein Elternhaus gleich neben dem Haus meiner Großeltern steht, habe ich sehr viel Zeit mit meinen Großeltern verbracht und gerade mit meinem Opa sehr viel unternommen. Er war einfach ein Mensch, der immer für mich da war, wenn ich ihn gebraucht habe. Sein Tod hat mir gezeigt, dass man sich viel mehr Zeit für die Mitmenschen nehmen sollte, weil sich schlagartig alles verändern kann und dann nur mehr die Erinnerung an gemeinsame Erlebnisse bleibt.

Die Hauptschulzeit war auch nicht sehr schön für mich, da ich sehr unter den Gemeinheiten mancher Buben in meiner Klasse gelitten habe. Es ist sogar soweit gegangen, dass sie mir mit körperlicher Gewalt gedroht haben. Meine Mutter und ich sind dann aber zu unserem Klassenvorstand gegangen, so dass sich die Situation dann doch etwas gebessert hat. Ich weiß aber, dass ich besonders in der dritten Klasse Hauptschule jeden Tag gefürchtet habe, in die Schule zu gehen. Zum damaligen Zeitpunkt haben meine Eltern und ich sogar überlegt, die Schule zu wechseln.

Der Übergang von meiner Kindheit zu meiner Jugendzeit ist bei mir, denke ich, eigentlich sehr unproblematisch verlaufen und ich kann mich auch nicht daran erinnern, typische Pubertätsprobleme gehabt zu haben. Für mich waren die Meinungen meiner Eltern immer wichtig und meine Eltern haben mir auch gelernt, meinen Werten und Einstellungen immer treu zu bleiben und nicht irgendetwas zu machen, nur um Freunde zu gewinnen, die in Wirklichkeit keine sind.


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