Übergänge … Von der Kindheit zur Jugend

Pyjamaparties

Im Grunde genommen kann ich mich nicht mehr an meine „erste“ Jugendzeit erinnern. Ich weiß zwar nicht ob andere auch das Problem haben, dass sie sich nicht daran erinnern können, aber mir kommt es fast so vor als ob diese Erinnerungen an diese Zeit aus meinem Gedächtnis „gelöscht“ sind.

Im Prinzip ist es ja eigentlich so, das man im Alter von 10 bis 15 Jahren aufs neue versucht seine Grenzen auszutesten, sprich man versucht, eher unabsichtlich, alle seine Mitmenschen früher oder später zur „Weißglut“ zu bringen. Also es ist jetzt nicht so, dass ich dieser Typ Mensch war, aber seien wir doch ehrlich, hat nicht jeder versucht allen zu beweisen, dass man alles besser weiß bzw. kann als alle anderen (sprich die Erwachsenen), da man sich mit fünfzehn auch schon als „kleinen Erwachsenen“ sah.

Tja, was sollte ich sonst noch sagen. Wie es so ist, veränderten sich auch die Interessen, waren noch einige Jahre zuvor das gute alte Puppenhaus und „Pyjamaparties“ mit Schulfreundinnen interessant, hatte man plötzlich nur noch das Ausgehen, Shoppen und Jungs im Kopf. Hm, eigentlich ja alles keine so schlechte Interessenverteilung, doch ab und zu kam dabei die Schule etwas zu kurz.

Doch Gott sei Dank dauerte diese Phase ja nicht all zu lang und mittlerweile konnten wir den Erwachsenen, allen Befürchtungen zum Trotz beweisen, dass doch etwas aus uns werden kann bzw. geworden ist.

Wechselbad der Gefühle

Beim meinem eigenen Übergang vom Kindsein zur Jugendlichen kann ich mich sehr deutlich daran erinnern, dass vor allem die äußere körperliche Veränderung zunehmend immer mehr auch meine Gedanken beschäftigte. Der Vergleich mit anderen Gleichaltrigen stand täglich an.

Ein Wechselbad der Gefühle mit Stimmungsschwankungen ist mir ebenso in Erinnerung. Dabei denke ich  an sehr melancholische Momente der Einsamkeit ebenso wie euphorische Glücksmomente im Kreise meiner Freundinnen.

Die körperliche Veränderung bewirkte auch ein Gefühl der Unsicherheit , das zu gewissen Ängsten führte:

Ein Bild an eine Erfahrung hat sich deutlich bei mir eingeprägt: Ich liege alleine zuhause mit Kopfschmerzen auf dem Sofa und habe Angst, ein Kopftumor könne die Ursache für meine Schmerzen sein.

Mein persönlicher Aktionsradius erweiterte sich beträchtlich.

Neben der Familie traten immer mehr neue Personen in meinen Alltag und mit dem  Übertritt von der Volksschule ins 15 km entfernte Gymnasium veränderte sich der Tagesablauf immens:

Ich musste viel früher aufstehen und kam wesentlich später wieder nach Hause. Mein Schlafbedarf stieg ziemlich an und ich war todmüde

Nach dem Mittagessen. Sehr häufig habe ich nachmittags eine Stunde geschlafen, bevor ich meine Hausaufgaben machte.

Sehr positiv habe ich die neu gewonnenen Freundschaften dieser Zeit in Erinnerung.

Die eigene Selbständigkeit nahm zwar einerseits zu, stieß aber doch auch auf ihre Grenzen. Die Tatsache, dass mein Vater  einmal vergaß mich bei einem vereinbarten Treffpunkt abzuholen, bereitete mir insoferne ein Problem, als ich mich nicht getraute, den Ort zu verlassen. Ein relativ starkes Gefühl der Hilflosigkeit war die Folge. Zufällig wurde ich dann zwei Stunden später von einem Arbeitskollegen meines Vaters nachhause gebracht.


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