Übergänge II … Von der Kindheit zur Jugend

Umzug von der Stadt auf das Land

Eine der bedeutendsten Veränderungen beim Übergang in mein Jugendalter war der Umzug von der Stadt auf das Land. Ich ging zwar während dieser Zeit noch in Linz zur Schule, jedoch verbrachte ich die meiste Zeit meiner frühen Jugend in Sandl. Meine Eltern waren sehr beschäftigt mit der Renovierung des Hauses, sodass es kaum Gelegenheit für mich gab, neue Freundschafen zu schließen. Wie bei jedem Pubertierenden, waren erste körperliche Veränderungen zu sehen und das Thema „Beziehung und Liebe“ war zentrales Gesprächsthema. Etwa im Alter von 15 Jahren erlaubten mir meine Eltern, mich am Wochenende mit Freunden zu treffen. Verbotene Dinge wie Rauchen, Alkohol und langes Fortbleiben stellten den wohl größten Reiz dieser Treffen dar.

Fragen und Probleme, die in diesem Alter auftauchten waren die nach meiner beruflichen Zukunft und meiner weiteren schulischen Laufbahn. Meine Entscheidung, in eine höher bildende Schule zu wechseln stand fest, jedoch fand ich keine klare Orientierung. Durch die Unterstützung meiner Eltern entschied ich selbst die Tourismusschule Bad Leonfelden zu besuchen. Aufgrund der großen Entfernung musste ich allerdings in ein Internat ziehen. Der Abstand zu meinen Eltern lehrte mich Selbständigkeit und Verantwortung.

Die Frage in Hinblick auf Werte und Interesse zu formulieren fällt mir wohl am schwersten, da ich mich nicht daran erinnern kann, welche Werte für mich als Kind zählten. Meine Interessen beschränkten sich auf materielle Dinge und Liebe der Eltern. Ich denke, dass im Übergang zum Jugendalter sich diese Werte in Richtung gesellschaftlicher Aspekte veränderte. Verständnis, Mitgefühl, Beziehungen, sich über sich selbst klar werden, eine kritische Betrachtungsweise, etc. waren Dinge, die sich in dieser Zeit entwickelten.

In erster Linie holte ich im Alter von 10 bis15 Jahren Rat von meinen Eltern ein. Gleichzeitig jedoch war dies der Zeitpunkt, in dem sehr häufig Konflikte mit meinen Eltern auftraten. Ich wollte immer alles besser wissen, kam mir bei jeder Kleinigkeit unfair behandelt vor und lehnte jeglichen Rat meiner Eltern ab.

Eine weitere wichtige Person in meinem Übergangsalter zur Jugend war meine Schulfreundin Isabella. Ich denke, dass wir uns gegenseitig in unserem erwachsen werden unterstützten und prägten. Es gefiel mir, meine Geheimnisse mir einem anderen Menschen zu teilen, als mit meinen Eltern.

Jungs wurden interesant

Der Übergang von meiner Kindheit in die so genannte erste Jugendzeit war für mich eine große Veränderung, die durchaus mit positiven Erfahrungen verbunden war. In dieser Zeit fand bei mir der erste große Schulwechsel statt und dadurch wurde mein bisheriger Freundeskreis wesentlich verändert. In der neuen Schule war alles anders und ungewohnt. Man wurde sowohl von den Lehrern als auch von den Eltern beziehungsweise Familie nicht mehr als Kind sondern als Heranwachsender behandelt.

Und auf einmal wurden auch Jungs, die vorher als störend empfunden wurden, interessant. Außerdem fand zum ersten eine Gruppenbildung innerhalb der Klasse statt und diese sorgte oft für Streitigkeiten im Klassenverband.

Ich habe auch in dieser Zeit persönlich eine Veränderung bei mir gemerkt. Ich nahm meine Umwelt und meine Gesellschaft ganz anders wahr und legte zum ersten Mal einmal wert auf mein Äußeres. Die ersten Schminkversuche wurden gestartet und Kleidung wurde immer bedeutender. Nach den ersten Schminkversuche sah ich oft aus wie ein Clown, aber Gott sei Dank stand mir meine ältere Schwester und auch meine Mutter zur Seite und gaben mir hilfreich Tipps. Ich sag nur: „ Weniger ist oftmals mehr!“

In dieser Zeit, also in meiner Pubertät, waren meine Freunde und auch meine Geschwister, ich habe drei ältere, besonders wichtig für mich. Mit ihnen konnte ich über jedes Problem sprechen, egal ob es welche mit meinen Eltern waren oder der erste Liebeskummer. Es gab häufig Konflikt mit meinen Eltern, denn zu dieser Zeit war ich sehr aufmüpfig und tat immer das Gegenteil, was sie mir sagten. Dennoch konnte ich mich stets auf sie verlassen und sie standen immer hinter mir.

Auch meine Interessen und Freizeitbeschäftigung hat sich von Grund auf geändert. So habe ich neue Hobbies dazu bekommen und alte aufgegeben, weil sie für mich zu diesem Zeitpunkt einfach nicht mehr „cool“ waren. Wie zum Beispiel das Puppenspielen. Wer spielte schon im diesem Altern noch mit ihnen? Weiters hab ich in meiner Pubertät mit dem Leistungssport aufgehört. Ich wechselte mit fünfzehn Jahren in die HBLA und hatte dadurch zeitliche Probleme den Sport regelmäßig auszuüben. Außerdem wollte ich zur dieser Zeit lieber mit meinen Freunden abhängen, als in die Turnhalle zu gehen. Nun verbrachte ich einen Großteil meiner Freizeit mit meinen Freunden.


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